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	<title>Denkwerkstatt</title>
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	<description>Geschlechterforschung (gender studies), Feminismus, Diskriminierung. Unter anderem interessiert mich Männlichkeit – nein, nicht im essentialistischen Sinne. Sondern als soziale und analytische Kategorie, als undefinierbares Konzept, als Mythos und als Anrufung.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 27 Jan 2012 16:12:57 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Lesestoff</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 16:09:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur-Tipp]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Erfreulicherweise werden Bücher, Studien und Tagungsberichte immer häufiger online zum Download bereitgestellt. Hier einige wissenschaftliche und andere Fundstücke der vergangenen Wochen, die euch interessieren könnten. Schlagzeile in der &#8220;über:morgen&#8221;  Die Heinrich-Böll-Stiftung hat in der Reihe der Schriften des Gunda-Werner-Instituts vor kurzem den Sammelband &#8220;Die antifeministische Männerrechtsbewegung – Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung&#8221; herausgegeben: &#8220;Feministische Blogs, Blogs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erfreulicherweise werden Bücher, Studien und Tagungsberichte immer häufiger online zum Download bereitgestellt. Hier einige wissenschaftliche und andere Fundstücke der vergangenen Wochen, die euch interessieren könnten.</p>
<p><img class="alignnone  wp-image-4503" title="Bildschirmfoto 2012-01-27 um 16.36.05" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/Bildschirmfoto-2012-01-27-um-16.36.05.png" alt="" width="508" height="383" /><br />
<em>Schlagzeile in der &#8220;über:morgen&#8221; </em></p>
<p>Die Heinrich-Böll-Stiftung hat in der Reihe der Schriften des Gunda-Werner-Instituts vor kurzem den Sammelband &#8220;<strong>Die antifeministische Männerrechtsbewegung</strong> – Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung&#8221; herausgegeben: &#8220;Feministische Blogs, Blogs für Geschlechterdiskurse, Foren der emanzipatorischen Männerbewegungen und Männerpolitiken – all diese Plattformen wurden in den vergangenen Jahren wiederholt von antifeministischen Männerrechtler_innen angegriffen. &#8216;Hate Speeches&#8217; (koordinierte Hasstiraden in mehreren Foren) gegen einzelne Aktivist_innen und Forscher_innen und die Stilisierung DER Männer als Opfer von &#8216;lila Pudeln&#8217; und &#8216;männermordenden Emanzen&#8217; gehören dabei zum Standard. Die Brisanz antifeministischer Ideologien, u.a. in der Diskussion um rechtes Gedankengut, wird auch in den Behauptungen des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik deutlich.&#8221;<br />
Den Band findet ihr <a href="http://www.gwi-boell.de/web/publikationen-4240.html">hier </a>als PDF zum Download.</p>
<p>Ein Buch zu einem ähnlichen Thema ist 2010 in einer Reihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung erschienen.  &#8221;<strong>Was ein rechter Mann ist &#8230; Männlichkeiten im Rechtsextremismus</strong>&#8221; setzt sich mit Männlichkeitskonstruktionen im rechtsextremen Milieu und angrenzenden Feldern auseinander. Den Sammelband findet ihr <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Publ-Texte/Texte_68.pdf">hier</a>. Yves Müller, einer der Autoren, hat Maria Sterkl vom Standard vergangene Woche ein <a href="http://derstandard.at/1326503206707/WKR-Ball-Die-Frau-als-Prestigeobjekt-und-Beweis-der-Heterosexualitaet">Interview</a> gegeben (Kommentare unter dem Artikel besser nicht lesen).</p>
<p>Die 20000frauen haben bereits vor einigen Monaten die Fake-Zeitung &#8220;<a href="http://zwanzigtausendfrauen.at/wp-content/uploads/2011/10/ueberpunktmorgen_A4_nr1.pdf">über:morgen</a>&#8221; produziert, in der auf sehr amüsante Weise mit Geschlechterklischees und medialen Plattheiten gespielt wird. Die Medienwissenschafterin Ulli Weish hat diestandard.at zu diesem Projekt ein lesenswertes <a href="http://diestandard.at/1326503250860/Mediensatire-Es-ist-Trash-von-Frauen-fuers-Klo-gemacht">Interview</a> gegeben.</p>
<p>Die neue Ausgabe der <a href="http://anschlaege.at/feminismus/orgasmus-februar-2012/">an.schläge</a> ist da. Thema: Orgasmus!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wissenschaftskommunikation</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 18:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor längerer Zeit schon habe ich euch dazu aufgerufen, mir die Forschungsergebnisse eurer Abschlussarbeiten im Bereich Gender Studies / feministische Wissenschaft zukommen zu lassen &#8211; bisher wurde dieses Angebot noch sehr selten angenommen. Und das finde ich ziemlich schade, denn ich würde gerne regelmäßig über eure spannenden Forschungsarbeiten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten berichten. Der Artikel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor längerer Zeit schon habe ich euch dazu aufgerufen, mir die Forschungsergebnisse eurer Abschlussarbeiten im Bereich Gender Studies / feministische Wissenschaft zukommen zu lassen &#8211; bisher wurde dieses Angebot noch sehr selten angenommen. Und das finde ich ziemlich schade, denn ich würde gerne regelmäßig über eure spannenden Forschungsarbeiten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten berichten.</p>
<p>Der Artikel über die <a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2011/03/vergewaltigungsmythen/">Diplomarbeit </a>der Psychologin Susen Werner war etwa 2011 einer der am häufigsten aufgerufenen Blogbeiträge der Denkwerkstatt. Susen Werner hat untersucht, welchen Einfluss Vergewaltigungsmythen auf die Beurteilung von Vergewaltigungdelikten durch RechtsanwältInnen haben und freundlicherweise gleich ihre Arbeit online zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Ich würde mich also sehr freuen, wenn 2012 einige solcher Berichte hinzukommen würden &#8211; bei Interesse kontaktiert mich einfach per Mail: denkwerkstattblog[at]gmail.com!</p>
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		<title>Fernsehen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 21:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein persönlicher TV-Frust (Triggerwarnung!) Kino war gestern: Noch nie hat es so viele spannende und aufwändig produzierte (amerikanische) Fernsehserien gegeben, die neue Standards in Sachen Unterhaltung setzen. &#8220;New storytelling&#8221; wird das genannt, wenn sich in TV-Serien eine komplexe Handlung über mehrere Staffeln hinweg erstreckt. &#8220;Solche Serien geben Fernsehen Glanz&#8221;, schreibt die Falter-Journalistin Ingrid Brodnig. Gemeint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mein persönlicher TV-Frust (Triggerwarnung!)</em></p>
<p>Kino war gestern: Noch nie hat es so viele spannende und aufwändig produzierte (amerikanische) Fernsehserien gegeben, die neue Standards in Sachen Unterhaltung setzen. &#8220;New storytelling&#8221; wird das genannt, wenn sich in TV-Serien eine komplexe Handlung über mehrere Staffeln hinweg erstreckt. &#8220;Solche Serien geben Fernsehen Glanz&#8221;, schreibt die Falter-Journalistin <a href="http://brodnig.org/2011/07/05/trau-dich-orf/#more-1571">Ingrid Brodnig</a>. Gemeint sind da zum Beispiel &#8220;Mad Men&#8221;, &#8220;The Wire&#8221;, &#8220;Breaking Bad&#8221;, &#8220;Lost&#8221;, &#8220;Boardwalk Empire&#8221; oder &#8220;Game of Thrones&#8221;. Aber auch im Bereich Comedy haben in den vergangenen Jahren englischsprachige Produktionen wie &#8220;Parks and Recreation&#8221;, &#8220;The IT Crowd&#8221;, &#8220;30 Rock&#8221; oder &#8220;The Office&#8221; aufgeholt.</p>
<p><img class="alignnone  wp-image-4396" title="sansa-septa-quote-1600" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/sansa-septa-quote-1600-1024x768.jpg" alt="" width="553" height="415" /></p>
<p>Das Serien-Fieber hat auch mich gepackt &#8211; nachdem ich die letzte Folge der aktuellen Staffel von &#8220;Breaking Bad&#8221; gesehen hatte, machten sich sogar Entzugserscheinungen bemerkbar. So weit, so gut. Es gibt da nur ein Problem: Würde ich mir ausschließlich Serien ansehen, die nicht sexistisch, rassistisch oder misogyn sind und in denen es interessante und komplexe Frauenfiguren gibt, die nicht nur Prostituierte, Ehefrauen oder Sekretärinnen sind, dann müsste ich mir das Serien-Fieber schleunigst wieder abgewöhnen. Ein, zwei Sitcoms, die den <a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2010/03/shocking/">Bechdel-Test</a> bestehen und nicht auffallend sexistisch sind, würden mir auf Anhieb einfallen (<a href="http://missy-magazine.de/2010/12/12/parks-and-recreation/">Parks and Recreation!</a>), ansonsten sieht es recht düster aus. Mittlerweile habe ich deshalb meine Ansprüche deutlich heruntergeschraubt: In &#8220;Breaking Bad&#8221; sind etwa alle wesentlichen Figuren Männer, aber die sexistische und frauenverachtende Sprache bzw. derartige Szenen beschränken sich zumindest auf ein erträgliches Ausmaß und sind weniger voyeuristisch inszeniert, als das in anderen Serien der Fall ist.</p>
<p><span id="more-4362"></span></p>
<p>Ehrlich gesagt ist es mir meist lieber, wenn Frauen erst gar nicht vorkommen (traurig, ich weiß) &#8211; und somit nicht dazu benutzt werden können, lediglich alle 20 Minuten nackte Brüste vor die Kamera zu rücken. Auch im Freund_innenkreis spreche ich kaum noch über die sexistischen Aspekte diverser gemeinsamer Lieblingsserien, da ich ansonsten <em>permanent</em> Vorträge darüber halten müsste. Und bei diesen Vorträgen kann ich mir selbst kaum noch zuhören. Dass das Ausblenden von Frauen und die sexistische und verachtende Inszenierung auch vielen Frauen gar nicht (mehr) auffällt, wundert mich kaum. Wir alle sind mit Unterhaltungsproduktionen aufgewachsen, die von Männern für Männer gemacht werden. Und Männer sind dabei die Helden: Sie erleben aufregende Abenteurer, sind stark, witzig, schlagfertig, brutal, intelligent, nachdenklich, rücksichtslos, gierig. Würde sich dieses Verhältnis umkehren, so würde wohl kaum ein Mann die Fernbedienung jemals wieder in die Hand nehmen &#8211; Geschichten mit Männern als halbnackte Staffage und lächelnde Ehemänner &#8211; undenkbar.</p>
<p>Als vergangenen Sommer die Komödie &#8220;Bridesmaids&#8221; erstmals (!) derb-lustige Frauen auf der Leinwand zeigte, wurde darüber diskutiert, ob Männer sich wohl einen solchen Film ansehen würden. &#8220;It’s ridiculous that women have to see 8 million male-driven films, and no one ever says, ‘Will women come to see these five guys hijack a plane?’ They just assume they’ll come because they have no other options&#8221;, sagte dazu Produzent Judd Apatow. Schon 1991, als sich &#8220;Thelma &amp; Louise&#8221; für zwei Frauen interessierte, die ihr Leben und eine Waffe in die Hand nehmen, kam es zu einem Aufschrei. Der Film sei &#8220;männerverachtend&#8221; und &#8220;gewalttätig&#8221; &#8211; tatsächlich wird im gesamten Film ein Mann getötet; Louise erschießt ihn, als er Thelma vergewaltigt. &#8220;Ist das der Beginn einer neuen Ära von Filmen mit starken Frauen in den Hauptrollen?&#8221;, diese Frage wurde damals ebenfalls gestellt. Susan Sarandon, eine der Hauptdarstellerinnen, antwortete in einer Doku über den Kult-Film: &#8220;Das ist nicht eingetreten, wo wären denn diese Filme?&#8221;</p>
<p>Starke Frauen oder auch nur &#8220;gewöhnliche&#8221; Frauen &#8211; das fällt in Hollywood unter &#8220;Special Interest&#8221;. &#8220;One of the primary reasons Hollywood continually churns out movies about men is because we live in a male centered society.  Most simply, male centeredness is an aspect of patriarchy that shows us how most of our attention is placed and prioritized on men, men’s stories, the things men do and the things men don’t do. As a result, the images we see in the media often focus on male-centered stories&#8221;, sagt Anita Sarkeesian von &#8220;<a href="http://www.feministfrequency.com/2011/02/womens-stories-movies-and-the-oscars/">Feminist Frequency</a>&#8221; dazu.</p>
<p>Besonders unerträglich wird es für mich, wenn Frauen in Serien nicht nur ausgeblendet werden, sondern Brachial-Sexismus und Misogynie auch noch lustvoll inszeniert wird. Vor einigen Tagen habe ich mir das erste Mal &#8220;Game of Thrones&#8221; angesehen, eine viel gepriesene Fantasy-Produktion, die auf einer Roman-Serie basiert. Und da war ich erst einmal baff. Im Zentrum der ersten Folge steht unter anderem Daenerys Targaryen, eine junge, schöne Frau, die bereits in der ersten Szene nackt gezeigt wird (ihr Bruder zieht sie aus), nur wenige Worte sprechen darf und völlig gelähmt und handlungsunfähig wirkt. Ihr Bruder zwingt sie schließlich aus taktischen Gründen in die Ehe mit dem Anführer eines barbarischen Kriegerstammes (eine der wenigen Rollen, die schwarze Schauspieler_innen bekommen haben). Als sie ihren Unwillen ausdrückt, entgegnet er ihr: &#8220;I would let his whole tribe funk you, all 40.000 men and their horses too, if that&#8217;s what it took&#8221;.</p>
<p>Während der anschließenden Hochzeitsfeier, bei der Stammeskrieger mehrere Frauen andeutungsweise vergewaltigen, wird die Spannung aufgebaut: Wann und wo wird der Anführer sie vergewaltigen? Wird nur er es tun oder gar der ganze Stamm? Die Lesart, die dabei den Zuseher_innen nahe gelegt wird, beinhaltet dabei kein Mitgefühl für Daenerys, das Opfer der Gewalttaten. Die Kamera verweilt stets auf ihrem hübschen, regungslosen Gesicht und ihrem (nackten) Körper, während sie alles widerstandslos ertragen muss. Als die Feier vorüber ist, bekommt Daenerys ein weißes Pferd geschenkt, das sie wehmütig streichelt und das offensichtlich ihre Unschuld symbolisiert, der Ehemann setzt sich hingegen auf ein schwarzes Pferd und reitet mit ihr davon. Der Bruder ruft ihr noch &#8220;Make him happy!&#8221; zu und lächelt süffisant, als die Handlung auf ihren Höhepunkt zusteuert. Auf einem Felsen vor kitschiger Meereskulisse tritt der Krieger schließlich an Daenerys heran, während sie leise vor sich hin weint. Schließlich zieht er ihr das Kleid aus und stößt sie nach vor auf die Knie &#8211; da Geschlechtsverkehr in der Folge bisher ausschließlich (und ausgiebig) in dieser Position zu sehen war, ist klar, was nun passieren wird. Mir war einfach nur übel.</p>
<p>Dass Daenerys im Laufe der ersten Staffel eine Entwicklung zur Frau mit Handlungsmöglichkeiten durchmacht, ist mir ziemlich egal. Ich habe genug gesehen. <a href="http://thinkprogress.org/alyssa/2011/11/02/358908/five-facts-about-misogyny-and-popular-culture/">Alyssa Rosenberg</a> bringt es sehr gut auf den Punkt: &#8220;The idea that it’s elitist, or high-horsey, to want entertainment that’s high-quality and not dreadfully racist, sexist, homophobic, or demeaningly stupid says everything you need to know about why Hollywood gets to keep doing what it’s doing.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Alles neu</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 14:12:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, hat die Denkwerkstatt ein neues Design bekommen. Das Motto: Keep It Simple! Wenn es dazu Anmerkungen gibt oder ihr bemerkt habt, dass mit eurem Browser etwas nicht so angezeigt wird, wie das eigentlich der Fall sein sollte, dann postet das bitte hier. Die neue Adresse lautet übrigens: www.denkwerkstattblog.net &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, hat die Denkwerkstatt ein neues Design bekommen. Das Motto: Keep It Simple! Wenn es dazu Anmerkungen gibt oder ihr bemerkt habt, dass mit eurem Browser etwas nicht so angezeigt wird, wie das eigentlich der Fall sein sollte, dann postet das bitte hier. Die neue Adresse lautet übrigens: www.denkwerkstattblog.net &#8211; bitte um Aktualisierung!</p>
<p>Und: Die Denkwerkstatt wurde von der Mädchenmannschaft nominiert: Bis Ende Jänner kämpfe ich mit anderen tollen Bloggerinnen um den Titel &#8220;Bloggerin des Jahres&#8221; (bzw. &#8220;Bloggermädchen&#8221;). Die Konkurrenz ist beachtlich &#8212; wenn ihr dennoch für uns stimmen wollt, könnt ihr das <a href="http://maedchenmannschaft.net/jetzt-abstimmen-fuer-die-bloggerin-des-jahres-2011/">hier</a> tun (links oben auf der Seite).</p>
<p>Apropos Blog: Auf den feministischen Blogs hat sich wieder einiges getan. Dringend ans Herz legen möchte ich euch den Beitrag von Paula: &#8220;<a href="http://puzzlestuecke.wordpress.com/2012/01/11/nein-heist-nein-oder-friend-zone-my-ass/">Nein heißt NEIN! &#8211; oder &#8216;Friend-Zone&#8217; my Ass</a>&#8220;, der sich mit dem &#8220;netten guten Freund&#8221; auseinandersetzt. Auch Nadine von der Mädchenmannschaft hat einen Beitrag zu den &#8220;<a href="http://maedchenmannschaft.net/nice-guy-oder-wie-das-patriarchat-unsere-beziehungs-und-begehrensformen-einschraenkt/">Nice Guys</a>&#8221; veröffentlicht.</p>
<p>Feminist Mum berichtet über ihr <a href="http://feministmum.wordpress.com/2011/12/21/das-leben-im-3-stunden-rhythmus-stilldilemma-nr-1/#comments">Still-Dilemma</a>, Ulli macht sich Gedanken über die<br />
&#8220;<a href="http://ullikoch.wordpress.com/2011/11/18/bezeichnung-madche/">(Selbst-)Bezeichnung Mädchen</a>&#8221; und auf der Missy Magazine Website könnt ihr den Gastblog der &#8220;<a href="http://missy-magazine.de/category/gastblog-arge-dicke-weiber/">ARGE Dicke Weiber</a>&#8221; nachlesen.</p>
<p>Zum Abschluss zwei Texte für alle Binnen-I Kritiker_innen: <a href="http://diestandard.at/1325485955099/Frauen-werden-mitgemeint-Sie-haben-doch-unrecht-Mann-meint-nicht-alle">Diestandard.at</a> berichtet über die Blogbeiträge des Sprachwissenschafters Anatol Stefanowitsch, der das generische Maskulinum genauer betrachtet hat und zum Schluss kommt: &#8220;<a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachstruktur/2011-11-30/sprache-diskriminiert">Sprache diskriminiert</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachstruktur/2011-12-14/frauen-natuerlich-ausgenommen">Frauen natürlich ausgenommen</a>&#8220;.</p>
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		<title>Raewyn Connell im Interview &#8211; Teil 2</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2012/01/raewyn-connell-im-interview-teil-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 13:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hegemoniale Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Raewyn Connell]]></category>

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		<description><![CDATA[Raewyn Connell gilt als eine der Mitbegründerinnen der akademischen Männlichkeitsforschung, ihr Werk „Masculinities“ (1995) ist das meistzitierte in diesem Feld. Derzeit lehrt die Soziologin an der Universität von Sydney, wo sie einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften innehat. Auf der „Männertagung“ 2011, die Ende Oktober in Graz (Österreich) stattfand, sprach sie mit mir über ihr Konzept der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Raewyn Connell gilt als eine der Mitbegründerinnen der akademischen Männlichkeitsforschung, ihr Werk „Masculinities“ (1995) ist das meistzitierte in diesem Feld. Derzeit lehrt die Soziologin an der Universität von Sydney, wo sie einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften innehat. Auf der „Männertagung“ 2011, die Ende Oktober in Graz (Österreich) stattfand, sprach sie mit mir über ihr Konzept der „Hegemonialen Männlichkeit“, rechtskonservative Strömungen innerhalb der Männlichkeitsforschung und skrupellose Manager.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/connell.jpg"><img class="alignnone  wp-image-4267" title="Raewyn Connell" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/connell-1024x682.jpg" alt="Raewyn Connell" width="553" height="368" /></a></p>
<p><strong>Sehen Sie Männlichkeitsforschung als eine eigene Disziplin? Sollte sie ein integrierter Bestandteil der Gender Studies / Geschlechterforschung sein oder sollte es eine unabhängige Finanzierung dafür geben?</strong></p>
<p>Ich hege keinerlei Zweifel darüber, dass Männlichkeitsforschung ein Teil der Gender Studies ist. Wenn man sie von den Gender Studies trennt, so verliert man auch einen großen Teil des intellektuellen Potentials. Und was ist Männlichkeit anderes als geschlechterbezogene Fragestellungen in Bezug auf Männer? Es macht überhaupt keinen Sinn, über Männlichkeit zu sprechen, ohne von Gender zu sprechen.</p>
<p>Es ist im Grunde also intellektuell nicht vertretbar, Männlichkeitsforschung als eigene Disziplin etablieren zu wollen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass es hier einen wesentlichen Unterschied zur Frauenforschung gibt. Für die Bezeichnung „Frauenforschung“ gab es gute politische Gründe – es ging um die Kritik einer patriarchalen Ideologie im System der Wissensproduktion, schließlich war die gesamte Wissenschaft männlich geprägt. In gewissem Sinne hat es also schon immer „Männerforschung“ gegeben, all unsere Geschichtsbücher sind voll von Erzählungen über Könige und Generäle. Die Idee der Frauenforschung war es, diese Kluft, dieses Defizit in der Wissensproduktion zu benennen und zugleich ein Alternativkonzept anzubieten. Der Name „Frauenforschung“ war also Teil eines politischen Akts.</p>
<p>Die Männerforschung oder Männlichkeitsforschung hat nun aber natürlich nicht diesen Charakter, denn Männer sind schon immer im Zentrum der Wissenschaften gestanden. Wenn du dich mit Männern auseinandersetzt, dann erforschst du die dominante Gruppe innerhalb einer patriarchalen Gesellschaft. Ich selbst habe eigentlich nie die Bezeichnung „Männerforschung“ verwendet. Aber weil sich eben dieser Begriff durchsetzte, konnten sich ihn auch reaktionäre Gruppen aneignen, die sagten: Seht her, Frauen haben jetzt die Frauenforschung, Lehrstühle und Ressourcen und Männer sind davon ausgeschlossen – natürlich konnten sie das nur sagen, weil sie die tatsächliche Realität ignorierten.</p>
<p>Aber rechtskonservative Strömungen scheren sich eben nicht besonders um die Wahrheit, sondern vielmehr um den emotionalen Effekt. Es gibt also leider eine Art rechtskonservative Version der Männerforschung, die Männer als Opfer konstruiert, Jungen als Opfer ihrer Lehrerinnen und geschiedene Männer als Opfer von Feministinnen.</p>
<p><strong>Sie arbeiten zurzeit gerade an einem Forschungsprojekt über die Biographien von Managern. Manager und ihre Entscheidungen sind im Zuge der Finanzkrise auch in den Medien zu einem beliebten Thema geworden. Aber obwohl über 90 Prozent der Manager Männer sind, wird nur wenig über geschlechtsspezifische Faktoren der Krise gesprochen. Ist die Finanzkrise eine „männliche“ Krise oder gar eine Krise der Männlichkeit?</strong></p>
<p>Weder noch, es ist eine Krise des Finanzsystems, die von bestimmten Gruppen skrupelloser, profitgieriger Männer verursacht wurde. Diese Männer repräsentieren eine besonders schädliche Version hegemonialer Männlichkeit. Aber es handelt sich um keine Krise der Männlichkeit, denn diesen Männern geht es ziemlich gut, nur wenige von ihnen sitzen mittlerweile im Gefängnis. Die meisten haben ihr Geld gerettet und machen weiter wie bisher, bekommen ihre Boni und ihre Profite.</p>
<p>Es ist also keine Krise der Männlichkeit, es ist eine Krise, die von Menschen verursacht wurde, die sehr viel Macht und wenig soziales Verantwortungsgefühl haben. Männlichkeit ist in diesem Fall relevant, um besser verstehen zu können, was hier eigentlich passiert ist.</p>
<p><em><strong>Dieses Interview ist bereits  in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift “<a href="http://www.anschlaege.at/">an.schläge</a>” erschienen.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>Raewyn Connell im Interview &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2012/01/raewyn-connell-im-interview-teil-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doing Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hegemoniale Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Raewyn Connell]]></category>

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		<description><![CDATA[Raewyn Connell gilt als eine der Mitbegründerinnen der akademischen Männlichkeitsforschung, ihr Werk „Masculinities“ (1995) ist das meistzitierte in diesem Feld. Derzeit lehrt die Soziologin an der Universität von Sydney, wo sie einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften innehat. Auf der „Männertagung“ 2011, die Ende Oktober in Graz (Österreich) stattfand, sprach sie mit mir über ihr Konzept der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Raewyn Connell gilt als eine der Mitbegründerinnen der akademischen Männlichkeitsforschung, ihr Werk „Masculinities“ (1995) ist das meistzitierte in diesem Feld. Derzeit lehrt die Soziologin an der Universität von Sydney, wo sie einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften innehat. Auf der „Männertagung“ 2011, die Ende Oktober in Graz (Österreich) stattfand, sprach sie mit mir über ihr Konzept der „Hegemonialen Männlichkeit“, rechtskonservative Strömungen innerhalb der Männlichkeitsforschung und skrupellose Manager.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/connell.jpg"><img class="alignnone  wp-image-4267" title="Raewyn Connell" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/01/connell-1024x682.jpg" alt="Raewyn Connell" width="581" height="386" /></a><br />
<em>Foto: <a href="http://maennertagung2011.mur.at/de">Männertagung Graz</a></em></p>
<p><strong>Bücher wie &#8220;Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus&#8221; erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit und auch in den Medien sind (angebliche) Geschlechterunterschiede ein Dauerbrenner. Sie haben solche Publikationen in ihrem Vortrag als &#8220;knowledge-free zone&#8221; bezeichnet. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg und wie sollten feministische WissenschafterInnen Ihrer Ansicht nach darauf reagieren?</strong></p>
<p>Diese Bücher geben vereinfachte Antworten auf Fragen, die durchaus viele Menschen beschäftigen. Menschen fragen sich, wie und warum sich Geschlechterbeziehungen verändern und woran sie sich orientieren können. Die populärwissenschaftliche Literatur gibt darauf falsche und irreführende Antworten, aber sie liefert unterhaltsame Antworten. Diese „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ Bücher sind ein wenig mit Horoskopen zu vergleichen: Es werden dir unterhaltsame Geschichten erzählt und „Fakten“ präsentiert, die du bereits zu wissen glaubst – du findest dich darin wieder und wirst in deinen Vorurteilen bestätigt.</p>
<p>Die Ratgeber-Industrie macht so mit der Verunsicherung der Menschen ein gutes Geschäft. Und diese Bücher sind fast allesamt konservativ und anti-feministisch, wir müssen sie also kritisieren. Wir müssen aber auch die Bedürfnisse erkennen, die hier bestehen. Ich bewundere Feministinnen sehr, die es schaffen, in den Massenmedien gute Geschichten zu erzählen und wichtige Problemstellungen einfach und verständlich aufzubereiten. Ich denke, das ist ungeheuer wichtig.</p>
<p><strong>Ihr Konzept der „Hegemonialen Männlichkeit” ist innerhalb der Männlichkeitsforschung sehr einflussreich, ihr Werk „Masculinities“ ist das meistzitierte in diesem Feld. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?</strong></p>
<p>Ich denke, das Konzept der „Hegemonialen Männlichkeit“ ist sehr einflussreich, weil es WissenschafterInnen ermöglicht hat, die Verbindung zwischen verschiedenen Problemstellungen zu erkennen. So wurde etwa sichtbar, dass es nicht nur eine Männlichkeit, sondern sehr verschiedene Männlichkeiten gibt. Außerdem fokussiert es auf Geschlechterbeziehungen, es ermöglichte WissenschafterInnen, zu verstehen, wie Unterschiede zwischen Männlichkeiten mit den Geschlechterbeziehungen zwischen Männern und Frauen verwoben sind.</p>
<p>Außerdem konnten sie über Männlichkeit sprechen, ohne diese zugleich ablehnen oder bestätigen zu müssen; sie konnten erkennen, dass es bestimmte Muster im Konzept Männlichkeit gibt, die äußerst schädlich sind und dass Männer auch alternative Positionen innerhalb der Geschlechterordnung einnehmen können. Wenn wir in einem dichotomen Denken verhaftet bleiben, das die sozialen Gruppen „Männer“ und „Frauen“ getrennt voneinander behandelt, dann können wir auch nicht über Wege nachdenken, wie Männer von Positionen innerhalb des patriarchalen Systems abrücken und wie Allianzen zwischen Feministinnen und bestimmten Gruppen von Männern entstehen können. Ich denke, es fehlte auch an einem Konzept, um über Positionen von homosexuellen Männern innerhalb der Geschlechterbeziehungen nachdenken zu können.</p>
<p>Ich nehme also an, dass die Sprache der hegemonialen Männlichkeiten, der marginalisierten, komplizenhaften und der untergeordneten Männlichkeit eine Analyse von bestehenden Komplexitäten und ein strategisches Nachdenken über potentielle Veränderung von Männlichkeiten ermöglichte. Natürlich wurde mein Konzept in bestimmten Kreisen auch abgelehnt, ich glaube, Queer-TheoretikerInnen mögen es nicht besonders und auch WissenschafterInnen, die eher einen funktionalistischen Ansatz vertreten, können nicht viel damit anfangen.</p>
<p><strong>In der feministischen Wissenschaft bzw. in den Gender Studies herrscht eine rege Diskussion über die eigenen Begrifflichkeiten, über ein „feministisches Subjekt“ und damit verbundene Essentialismen. In der Männlichkeitsforschung scheinen solche Diskussionen eine untergeordnete Rolle zu spielen – würden Sie dieser Beobachtung zustimmen?</strong></p>
<p>Ja, es existiert ein sehr weit verbreiteter, essentialistischer Gebrauch des Konzepts „Männlichkeit“. Einerseits natürlich in populärwissenschaftlicher Rategeberliteratur, aber auch in konservativen, männerpolitischen Gruppen. Ich persönlich habe kein Problem damit, von „Männern“ und „Frauen“ zu sprechen – für mich sind das die Namen sozialer Gruppen. Ich mache mir auch nicht so viele Gedanken über Essentialismus, wie das andere WissenschafterInnen tun – vor allem Queer-TheoretikerInnen, DekonstruktivistInnen und PoststrukturalistInnen versuchen ja, Essentialismus um jeden Preis zu vermeiden. Meiner Ansicht nach brauchen wir uns darüber nicht so viele Sorgen zu machen; nicht, weil wir etwa essentialistisch agieren sollten, sondern weil wir die Analyse von Gender auf anderen Grundlagen aufbauen können.</p>
<p>Ich spreche dabei von Gender als eine Strukturkategorie sozialer Beziehungen. Bei Gender handelt es sich um eine soziale Realität, die ebenso eine historische Realität ist – aber keine biologische. Es ist eine historische Realität bezogen auf die Art und Weise, wie Gesellschaften mit Reproduktion umgegangen sind. Ich sehe eine Gefahr in vehementem Anti-Essentialismus – nämlich, dass wir die menschliche Reproduktion vergessen. In dekonstruktivistischen feministischen Texten kommen Kinder praktisch nicht vor. Sie fehlen einfach – ebenso die Erziehung, die Kinderbetreuung, die Beziehungen zu Kindern. Das ist sehr problematisch, denn bei Gender geht es in erster Linie um reproduktive Körper und um die sozialen Beziehungen, die sich in unserem reproduktiven System abspielen.</p>
<p>Das auszusprechen, heißt für mich nicht, in Essentialismus zu verfallen, sondern in den Realismus. Und es bedeutet dabei keineswegs, automatisch davon auszugehen, dass alle reproduktiven Körper gleich wären, was uns essentialistische Ansätze ja erzählen wollen. Für mich hat dieser Zugang zu Gender das größte Potential, er  ermöglicht auch eine kritische Analyse von Macht, Unterdrückung und Ausbeutung. Und es geht also darum, die Verkörperung sozialer Strukturen zu erkennen und zu verstehen. Wir haben nicht eine dichotome Gesellschaft hier und Köper dort – Gender ist eine soziale Struktur, die in die Körper eingeschrieben ist. Dieses Denken führt uns meiner Ansicht nach weit über essentialistische Positionen hinaus. Vielleicht liege ich auch falsch –  aber so sehe ich dieses Problem.</p>
<p>Demnächst in Teil 2: Männlichkeitsforschung als eigene Disziplin und Krisen-Manager.</p>
<p><em><strong>Dieses Interview ist bereits  in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.anschlaege.at/">an.schläge</a>&#8221; erschienen.</strong></em></p>
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		<title>nomen est omen</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 19:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>betina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doing Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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		<description><![CDATA[gilt. Zum Beispiel in Italien, wo Mädchen, laut Standard nicht mehr Andrea heißen dürfen, weil Andrea ein Bubenname sei und ein Mädchen so zu nennen, würde Verwirrung ob des Geschlechts auslösen und das sei gegen das Interesse von Mädchen. Na ja, ich weiß nicht. Es gibt in Kroatien ein Dorf, das so heißt wie ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>gilt. Zum Beispiel in Italien, wo Mädchen, laut <a href="http://diestandard.at/1324501454031/Italien-Andrea-ist-ein-Mann" target="_blank">Standard</a> nicht mehr Andrea heißen dürfen, weil Andrea ein Bubenname sei und ein Mädchen so zu nennen, würde Verwirrung ob des Geschlechts auslösen und das sei gegen das Interesse von Mädchen. Na ja, ich weiß nicht. Es gibt in Kroatien ein Dorf, das so heißt wie ich und dennoch hat das nie Verwirrung bei mir ausgelöst, ob ich vielleicht nicht doch ein Dorf bin.</p>
<p>Es gibt ein Kinderbuch von Oliver Wenniges mit dem Titel Prinzessin Horst. Folgendes Bild ist daraus:</p>
<p><a href="http://denkwerkstatt.files.wordpress.com/2011/12/namen-001-2.jpg"><img title="Namen 001 (2)" src="http://denkwerkstatt.files.wordpress.com/2011/12/namen-001-2.jpg?w=300" alt="" width="300" height="293" /></a></p>
<p>Vielleicht wäre eine italienische Übersetzung davon nicht schlecht.</p>
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		<title>Medienkritik &#8211; biber</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 16:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich mag ich biber, das Gratismagazin für &#8220;neue Österreicher&#8221;. Immer, wenn es vor U-Bahn-Stationen verteilt wurde, war es für mich eine willkommene Alternative zu &#8220;Heute&#8221; und &#8220;Österreich&#8221;,  mittlerweile habe ich es auch abonniert. &#8220;biber&#8221; ist  unterhaltsam, zuweilen auch ernsthaft. Gut gemachtes Infotainment &#8211; diese Beschreibung trifft es wohl am ehesten. Und gerade, weil ich es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich mag ich <em><a href="http://www.dasbiber.at/">biber</a></em>, das Gratismagazin für &#8220;neue Österreicher&#8221;. Immer, wenn es vor U-Bahn-Stationen verteilt wurde, war es für mich eine willkommene Alternative zu &#8220;Heute&#8221; und &#8220;Österreich&#8221;,  mittlerweile habe ich es auch abonniert. &#8220;biber&#8221; ist  unterhaltsam, zuweilen auch ernsthaft. Gut gemachtes Infotainment &#8211; diese Beschreibung trifft es wohl am ehesten. Und gerade, weil ich es <em>eigentlich</em> gerne lese, nervt mich das Magazin gewaltig. Der Grund: natürlich die Darstellung von Männern* und Frauen*.</p>
<p>Männer* sind im Magazin meist coole Rapper, abgebrühte Sportler, Politiker, Türsteher, Ladenbesitzer und Fleischesser. In der Oktober-Ausgabe 2011 wurden da etwa serbische Fußballfans porträtiert (und ihren homophoben Parolen ein großflächiges Foto gewidmet), die Geschichte zweier politischer Aktivisten aus Syrien erzählt und &#8220;Serbiens Bushido&#8221; interviewt. Ebenfalls zu lesen gab es eine Story über den ehemaligen Box-Staatsmeister Biko Botowamungo und eine Fotoreportage vom Wiener Fußballplatz. Aber auch Frauen* kommen im Oktober-Heft vor: von Seite drei lacht die rumänische Miss Austria und bei einem Artikel über Fernbeziehungen und Cybersex darf ein Model ihre Brüste in Richtung Kamera pressen.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2011/12/biber2.jpg"><img class="alignnone  wp-image-4043" title="biber2" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2011/12/biber2.jpg" alt="" width="610" /></a></p>
<p>Klischees sind im &#8220;biber&#8221; überhaupt sehr präsent. Was an manchen Stellen vielleicht als Selbstironie durchgehen mag, schlägt schnell in die immergleiche Reproduktion von Geschlechterstereotypen um. Da sind etwa die &#8220;Bibericas&#8221;, die folgendermaßen charakterisiert werden: &#8220;Die typische Biberica <span style="color: #000000;">ist  selbstbewusst, hat was am Kasten – und viel im Kleiderschrank. Style und Schönheit sind ihr sehr wichtig. Wöchentliche Shoppingtouren gehören neben ihrer Karriere und kulinarischen Zaubereien für die Großfamilie selbstverständlich dazu</span>.&#8221; Außerdem plant sie in Gedanken stets ihre Traumhochzeit, wie immer wieder zu lesen ist, sie will einen Mann, der sich gut kleidet, aber auf keinen Fall mehr Zeit im Bad verbringt als die <em>Biberica</em>. Und sie ärgert sich, wenn der &#8220;Schwabo-Mann&#8221; (Österreicher) im Restaurant getrennte Rechnungen verlangt.</p>
<p>Männer* sind hingegen im &#8220;biber&#8221; meist verdammt hart und verdammt lässig. Wenn über Rapper berichtet wird (und das kommt ziemlich häufig vor), bekommen diese schon mal die Frage &#8220;Ist Sido schwul?&#8221; gestellt (Ausgabe November 2011). In der aktuellen Ausgabe erzählen Türsteher, die &#8220;Macht der Nacht&#8221;, aus ihrem Berufsalltag. Und weil die <em>aber so richtige</em> Männer* sind, braucht es natürlich eine ordentliche Portion Sexismus und deutlich artikulierte Homophobie. &#8220;Trotzdem bleibt der Job gefährlich: &#8216;Du darfst keine Schwuchtel sein&#8217;, meint der 27-Jährige Ramzee auf die Frage, was die Voraussetzungen für diesen Beruf seien.&#8221; Und an anderer Stelle: &#8220;Ein bekannter Moderator, der angeblich heterosexuell ist und eine Freundin hat, macht jedes Wochenende mit einem anderen Typen rum&#8217;, erzählt Mehmet angewidert und wechselt schnell das Thema.&#8221; Was den Türsteher <em>nicht</em> anwidert, ist klar: &#8220;Bist du ein geiles Weib, kommst du rein.&#8221;</p>
<p>Spätestens bei solchen Stories vergeht mir das Lachen gründlich. Die Redaktion sollte sich wirklich dringend mit den Geschlechterbildern im eigenen Magazin (inklusive Bildsprache) und offensichtlicher und latenter Homophobie auseinandersetzen. Oder gehört das etwa zum Konzept?</p>
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		<title>Immer wieder Werbung</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 17:36:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[American Apparel]]></category>
		<category><![CDATA[Palmers]]></category>
		<category><![CDATA[Ryanair]]></category>

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		<description><![CDATA[Preisfrage: Was ist verdammt teuer und verdammt sexistisch? Die Antwort: Werbung. Leider reißt die Berichterstattung über Werbung auf diesem Blog nicht ab &#8211; derzeit profilieren sich wieder einmal einige Unternehmen mit sexistischen Sujets. Zum Beispiel Ryanair. Die Billigfluglinie hat vor kurzem einen Erotik-Kalender mit Fotos ihrer Mitarbeiterinnen präsentiert, in den heimischen Medien wurde sogleich für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Preisfrage: Was ist verdammt teuer und verdammt sexistisch? Die Antwort: Werbung. Leider reißt die Berichterstattung über Werbung auf diesem Blog nicht ab &#8211; derzeit profilieren sich wieder einmal einige Unternehmen mit sexistischen Sujets.</p>
<p>Zum Beispiel <strong>Ryanair</strong>. Die Billigfluglinie hat vor kurzem einen Erotik-Kalender mit Fotos ihrer Mitarbeiterinnen präsentiert, in den heimischen Medien wurde sogleich für Flüge mit &#8220;roten heißen Preisen &amp; Crew&#8221; mit entsprechender Bebilderung geworben, der Werberat hat Ryanair zum <a href="http://werberat.or.at/verfahrendetail.aspx?id=1327">sofortigen Stopp </a>aufgerufen. Und das soll etwas heißen &#8211; der Werberat drückt bei sexistischer Werbung nämlich gerne auch einmal beide Augen zu.</p>
<p>Das Mode-Unternehmen<strong> American Apparel</strong> ist generell für seine pornographische Werbung mit jugendlichen Frauen  bekannt &#8211; das neueste Plakat zeigt den Körper eines Mädchen im engen Kleid, mithilfe eines Männerschuhs wird ihr Po entblößt: <a href="http://derstandard.at/1577837124453/HILPOLD-IM-ANZUG-Schuhe-am-Popsch">Link</a></p>
<p>Spitzenwäsche für eine bessere Welt: <strong>Palmers</strong> sorgt mit dem neuesten Spot für Diskussionen: Gezeigt wird eine blinde Frau, die Palmers-Dessous wegen der &#8220;hochwertigen&#8221; Stoffe trägt. Der dazugehörige PR-Text ist wirklich übel:<br />
&#8220;Sich schön, sexy und begehrenswert zu fühlen ist keine Frage des Alters, der Konfektionsgröße, ob man arm oder reich ist oder: ob man sehen kann oder nicht. Es ist ein Gefühl! Und ein sehr gutes Gefühl, wie Ihnen jede Frau dieser Welt bestätigen wird. Und: eine blinde Frau ist nicht in erster Linie blind, sondern in erster Linie Frau.&#8221;</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/hF3skOgLya4?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Wochenschau</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 14:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[BIPA verkauft neuerdings hübsche Accessoires, die Frauen zur Selbstverteidigung dienen sollen &#8211; Beate Hausbichler hat auf diestandard.at einen sehr guten Kommentar dazu verfasst. Für die Dezember-Ausgabe der an.schläge habe ich die Männlichkeitsforscherin Raewyn Connell interviewt &#8211; im Jänner wird es das Interview in ungekürzter Form auch hier zu lesen geben. Dennoch empfehle ich euch, dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>BIPA verkauft neuerdings hübsche Accessoires, die Frauen zur <strong>Selbstverteidigung</strong> dienen sollen &#8211; Beate Hausbichler hat auf <a href="http://diestandard.at/1322531426611/Kommentar-Selbstverteidigung-aber-bitte-mit-Stil">diestandard.at</a> einen sehr guten Kommentar dazu verfasst.</p>
<p>Für die Dezember-Ausgabe der <a href="http://anschlaege.at/feminismus/">an.schläge</a> habe ich die Männlichkeitsforscherin Raewyn Connell interviewt &#8211; im Jänner wird es das <strong>Interview</strong> in ungekürzter Form auch hier zu lesen geben. Dennoch empfehle ich euch, dieses großartige Magazin zu kaufen &#8211; ein <a href="http://anschlaege.at/feminismus/abonnieren/">Abo</a> würde sich zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk für feministisch Interessierte anbieten&#8230;</p>
<p>Von der <strong>Männertagung</strong> in Graz habe ich bereits berichtet &#8211; verschiedene Tagungsinhalte gibt es ab sofort auch auf der <a href="http://maennertagung2011.mur.at/de/dokumentation">Tagungswebsite</a> zum Download.</p>
<p>Zwei <strong>Veranstaltungshinweise</strong>: Am kommenden Samstag findet im 17. Bezirk der &#8220;<a href="https://www.facebook.com/flairmarkt?sk=info">F(l)airmarkt</a>&#8221; statt. Mit dabei werden auch die <a href="http://strickistinnen.blogspot.com/">Strickistinnen</a> sein &#8211; kommt vorbei und besucht uns!<br />
Die großartigen femous-Frauen veranstalten am Samstag, den 17. Dezember einen X-mas Music Punch. Details zur Veranstaltung findet ihr <a href="https://www.facebook.com/events/275528292484429/">hier</a>.</p>
<p>Auf der <a href="http://maedchenmannschaft.net/jetzt-vorschlagen-die-bloggerin-des-jahres-2011/#comments">Mädchenmannschaft</a> könnt ihr wieder Kandidatinnen für die <strong>Bloggerin 2011</strong> vorschlagen.</p>
<p>Zum Abschluss möchte ich euch noch einen Film ans Herz legen. Beeilt euch, er läuft nur noch in wenigen Kinos:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/RtuoNQkm360?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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