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	<title>Denkwerkstatt &#187; Sexismus</title>
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	<description>Geschlechterforschung (gender studies), Feminismus, Diskriminierung. Unter anderem interessiert mich Männlichkeit – nein, nicht im essentialistischen Sinne. Sondern als soziale und analytische Kategorie, als undefinierbares Konzept, als Mythos und als Anrufung.</description>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 11:56:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In eigener Sache: Ihr seid herzlich zur Podiumsdiskussion &#8220;Feministisch herausgefordert&#8221; am 11. Juni um 19 Uhr in der Buchhandlung ChickLit eingeladen! Die Diskussion ist die Abschlussveranstaltung des feministischen Lesekreises, den wir beim Verein Genderraum organisiert haben. Keine Sorge, ihr müsst aber nicht am Lesekreis teilgenommen haben, um der Diskussion folgen zu können. Diskutieren werden Alexandra [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In eigener Sache: Ihr seid herzlich zur <a href="http://www.genderraum.at/cms/index.php?page=aktuelles">Podiumsdiskussion</a> &#8220;Feministisch herausgefordert&#8221; am 11. Juni um 19 Uhr in der Buchhandlung ChickLit eingeladen! Die Diskussion ist die Abschlussveranstaltung des feministischen Lesekreises, den wir beim Verein Genderraum organisiert haben. Keine Sorge, ihr müsst aber nicht am Lesekreis teilgenommen haben, um der Diskussion folgen zu können. Diskutieren werden Alexandra Weiß (die auch einen Impulsvortrag zum Thema &#8221; Disziplinierter Feminismus? Zwischen neoliberaler Einpassung und Antifeminismus&#8221; halten wird), <a href="http://birgekrondorfer.net">Birge Krondorfer</a>, Niki Staritz und <a href="http://ullikoch.wordpress.com">Ulli Koch</a>. Anschließend laden wir zu Wein und Brötchen. All genders welcome.</p>
<p>Die <a href="http://maedchenmannschaft.net/von-artamanen-bis-zschaepe-frauen-in-der-rechten-szene/">Mädchenmannschaft</a> hat eine Serie zu Frauen in rechten Netzwerken gestartet.</p>
<p>Die <a href="http://femgeeks.de/frauen-im-film-neue-negativ-rekorde/">Femgeeks</a> präsentieren deprimierende Zahlen zu Frauen* im Film/in der Filmbranche.</p>
<p>Anne Roth hat auf <a href="http://50prozent.noblogs.org">50prozent.noblogs.org</a> ein spannendes Projekt gestartet: &#8220;50 Prozent sind die Hälfte. Frauen sind in etwa die Hälfte aller Menschen, aber selten die Hälfte auf Podien, am Mikro, bei Talk-Shows oder Konferenzen. &#8217;50 Prozent&#8217; dokumentiert, wieviele Frauen* es tatsächlich sind.&#8221; Mitmachen erwünscht!</p>
<p>Viruletta berichtet auf der <a href="http://maedchenmannschaft.net/fluechtlingsfrauen-sagen-es-reicht/">Mädchenmannschaft </a>von der Frauenflüchtlingskonferenz in Hamburg.</p>
<p>&#8220;How Women-Only Comedy Spaces Break Up the Boys&#8217; Club&#8221;, ist auf der <a href="http://bitchmagazine.org/post/breaking-up-the-boys-club-women-only-comedy-improv-feminist">Website</a> des Bitch-Magazins zu lesen.</p>
<p>Mahriah berichtet auf ihrem <a href="http://mahriah.org/?p=37">Blog</a> von sexistischen Angriffen am Barcamp Graz und sucht nach Handlungsstrategien.</p>
<p>Ich habe für die <a href="http://anschlaege.at/feminismus/2013/04/an-sage-nichts-gelernt/">an.schläge</a> einen Kommentar zur Medienberichterstattung über (sexualisierte) Gewalt geschrieben.</p>
<p>Am 22. Juni findet das 2. <a href="http://www.barcamp.at/FemcampLinz">FemCamp</a> in Linz statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich!</p>
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		<title>#Aufschrei</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 19:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche startete ein #Aufschrei auf Twitter. Alles begann mit dem Artikel einer Stern-Journalistin, die das sexistische Verhalten des deutschen FDP-Politikers Brüderle schilderte. Unzählige Frauen* berichteten daraufhin auf Twitter unter dem Hashtag #Aufschrei über Alltagssexismus bzw. ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexualisierter Gewalt. Obwohl ich mich seit vielen Jahren mit diesem Thema beschäftige, hat auch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangene Woche startete ein <a href="https://twitter.com/search/realtime?q=%23aufschrei&amp;src=hash">#Aufschrei</a> auf Twitter. Alles begann mit dem <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/rainer-bruederle-der-spitze-kandidat-1959408.html">Artikel</a> einer Stern-Journalistin, die das sexistische Verhalten des deutschen FDP-Politikers Brüderle schilderte. Unzählige Frauen* berichteten daraufhin auf Twitter unter dem Hashtag #Aufschrei über Alltagssexismus bzw. ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexualisierter Gewalt. Obwohl ich mich seit vielen Jahren mit diesem Thema beschäftige, hat auch mich die Flut an Tweets (bzw. ihr Inhalt!) erst einmal erschlagen. Sexistische Vorfälle sind eben keine Zufälle, sondern haben System. Wie zu erwarten mischten sich unter die Berichte von Betroffenen auch bald üble, ignorante und zynische Bemerkungen, auch homophobe Tweets machten die Runde. Überhaupt blieb Heterosexismus außen vor, diesbezüglich solltet ihr unbedingt die Texte von <a href="http://maedchenmannschaft.net/ein-lauter-aufschrei-gegen-sexismus/">Magda</a> und <a href="http://medienelite.de/2013/01/28/aufschrei-oder-solidaritat-ist-ein-prinzip-das-von-oben-nach-unten-funktioniert/">Nadine</a> lesen.</p>
<p>In Deutschland berichteten zahlreiche Mainstream-Medien über das Thema &#8211; manche Artikel lesen sich dabei durchaus so, als handle es sich um eine überraschende Erkenntnis: Sexismus existiert! Nachhaltige Berichterstattung fehlt hier eben und ein Nachrichtenwert entsteht erst, wenn sich prominente oder &#8220;unverdächtige&#8221; Persönlichkeiten (also keine bekennenden Feministinnen*) entsprechend äußern und ein &#8220;Trend&#8221; oder &#8220;Hype&#8221; identifiziert werden kann. Natürlich finde ich es gut, wenn Presse-Leser_innen auch einmal einen Artikel über Sexismus in ihrer Sonntagszeitung finden, auf die Hoffnung, dass hier ein nachhaltiger Diskurs angeregt werden könnte, baue ich allerdings nicht. (Ein Studiogespräch mit der Journalistin Barbara Toth in der<a href="http://tvthek.orf.at/programs/1225-ZIB-24/episodes/5314293-ZIB-24"> ZIB 24</a> musste übrigens mit den einleitenden Worten &#8220;Sexismus, ein Thema, das natürlich auch umgekehrt stattfindet und Männer betrifft, aber im vorliegenden Fall wollen mir uns mit den Frauen auseinandersetzen&#8221; legitimiert werden.)</p>
<p>Während die Diskussionen bei <a href="http://daserste.ndr.de/guentherjauch/guentherjauch275.html">Günther Jauch</a> und <a href="http://blog.zdf.de/zdflogin/2013/01/29/kompakt-mitschnitt-sind-frauen-macho-opfer/">ZDF log in</a> wohl äußerst problematisch verliefen (und in Österreich erst gar nicht diskutiert wird), gibt es auch interessante Beiträge und Initiativen, auf die hier verlinkt werden soll: Auf der kürzlich eingerichteten Seite &#8220;<a href="http://alltagssexismus.de">Alltagssexismus.de</a>&#8221; könnt ihr etwa eure Erfahrungen teilen, dort finden sich auch Hinweise auf Organisationen, die schon lange zu diesem Thema arbeiten. Der NDR lässt im Beitrag &#8220;<a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei475.html">Ende des Schweigens</a>&#8221; betroffene Frauen* zu Wort kommen. Einen guten englischsprachigen Artikel über die Debatte könnt ihr in der <a href="http://www.nytimes.com/2013/01/29/world/europe/29iht-germany29.html?_r=2&amp;">New York Times</a> nachlesen. Die nächste Gelegenheit, sich gegen Gewalt an Frauen zu engagieren, bietet die Aktion &#8220;<a href="http://diestandard.at/1358305168124/Das-Aufbegehren-einer-Milliarde-Frauen">One Billion Rising</a>&#8220;, in Wien treffen sich Aktivistinnen* am 14. Februar um 17 Uhr <a href="http://onebillionrising.org/page/event/detail/startarising/4jvlq">vor dem Parlament</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Frau Johansson hält eine Rede (mit Foto)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2012 00:10:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir kennen das: Wenn Frauen öffentlich sprechen, dann richtet sich der mediale Fokus nicht (nur) auf Inhalte, sondern auf die Verpackung. Welches Kleid trägt sie? Ist eine solche Hose bei einem Parteitag erlaubt? Handelt es sich dabei um Stars und Sternchen, so rückt der Text noch mehr in den Hintergrund, um dem Bild Platz zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir kennen das: Wenn Frauen öffentlich sprechen, dann richtet sich der mediale Fokus nicht (nur) auf Inhalte, sondern auf die Verpackung. Welches Kleid trägt sie? Ist eine solche Hose bei einem Parteitag erlaubt? Handelt es sich dabei um Stars und Sternchen, so rückt der Text noch mehr in den Hintergrund, um dem Bild Platz zu machen.</p>
<p>Bei der Convention der US-DemokratInnen hat jüngst Scarlett Johansson gesprochen. Dass die Fotos von ihrer Rede in einem Online-Medium für Traffic sorgen, ist evident. Aber was hat die Schauspielerin denn eigentlich gesagt? Wer das auf derstandard.at nachlesen möchte, wird leider nicht fündig werden. Während mensch sich bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/prominenz-auf-dem-parteitag-der-demokraten-die-weibliche-antwort-auf-clint-eastwood-1.1461311">anderen</a> <a href="http://diepresse.com/home/politik/uswahl/1287211/Kroenungsshow_Stars-werben-fuer-Obama?gal=1287211&amp;index=5&amp;direct=&amp;_vl_backlink=&amp;popup=">Medien</a> zumindest bemüht hat, ein, zwei Sätze den Inhalten zu widmen, so hat sich die Standard-Redaktion auf das Wesentliche beschränkt. Das Resultat: der Nachrichtenwert des Jahres:</p>
<p><strong>&#8220;<a href="http://derstandard.at/1345166443793/Haende-zum-Himmel">Scarlett Johansson hält eine politische Rede und reißt dabei die Arme in die Höhe</a>&#8220;</strong></p>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Aug 2012 10:22:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sommerpause ist hiermit beendet! Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hat es in den vergangenen Wochen hier hauptsächlich Gastbeiträge gegeben. Nachdem Frühsommer-Stress und Urlaub jetzt aber vorbei sind, hoffe ich auf Motivation und Inspiration und werde versuchen, euch regelmäßig mit Beiträgen zu versorgen. Das Urteil im Prozess gegen die drei Pussy-Riot-Aktivistinnen, die sich seit März [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sommerpause ist hiermit beendet! Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hat es in den vergangenen Wochen hier hauptsächlich Gastbeiträge gegeben. Nachdem Frühsommer-Stress und Urlaub jetzt aber vorbei sind, hoffe ich auf Motivation und Inspiration und werde versuchen, euch regelmäßig mit Beiträgen zu versorgen.</p>
<p>Das Urteil im Prozess gegen die drei <a href="http://freepussyriot.org">Pussy-Riot</a>-Aktivistinnen, die sich seit März in Untersuchungshaft befinden, wird voraussichtlich am 17. August verkündet werden &#8211; ihnen drohen drei Jahre Haft. Infos zum Prozess findet ihr unter anderem <a href="http://diestandard.at/1343744273432/Wir-sind-unschuldig-das-sagt-die-ganze-Welt">hier</a> und <a href="http://maedchenmannschaft.net/no-pasaran-pussy-riot-aberglaube-und-ein-rottweiler-der-bellt/">hier</a>. In Berlin hat Peaches einen <a href="http://www.spiegel.de/video/pussy-riot-peaches-dreht-soli-musikvideo-in-berlin-video-1214105.html#spRedirectedFrom=www">Dreh</a> für ein Soli-Video organisiert (siehe auch <a href="http://www.change.org/freepussyriot">Online-Petition</a>), einen Blogbeitrag zum Thema &#8220;Westliche Empörung und Soli-Support&#8221; könnt ihr <a href="http://tutnurso.blogsport.de/2012/08/10/pussy-riot-westliche-empoerung-und-soli-support/">hier</a> nachlesen.</p>
<p>&#8220;The battle against whitewashing and race bending&#8221; &#8211; Denise Oliver Velez hat auf <a href="http://www.dailykos.com/story/2012/08/05/1107128/-The-battle-against-whitewashing-and-racebending">Dailykos</a> einen sehr guten Beitrag über diese Praktiken in der Filmindustrie bzw. in den Medien allgemein geschrieben.</p>
<p>Wie sieht es mit den Chancen einer Frauenpartei bzw. einer feministischen Partei in Österreich aus? <a href="http://diestandard.at/1343744322565/Der-linke-Platz-ist-frei-">Sandra Ernst Kaiser</a> (diestandard.at) hat unter anderem bei Sophie Karmasin und Peter Filzmaier nachgefragt.</p>
<p>Olympia: &#8220;<a href="http://dastandard.at/1343744505768/Vorschnelle-Rassismen">Vorschnelle Rassismen</a>&#8221; &#8211; Olja Alvir schreibt auf dastandard.at über die Obsession für biologische Voraussetzungen für den Spitzensport. Auf Jezebel.com wird über ein <a href="http://jezebel.com/5933302/someone-at-nbc-apparently-approved-this-creepy-porny-video-of-female-olympians?popular=true">sexistisches Video</a> berichtet, das Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen präsentiert.</p>
<p>Der bekannte amerikanische Männlichkeitsforscher Michael S. Kimmel und sein Kollege haben &#8220;<a href="http://guysguidetofeminism.com">The Guy&#8217;s Guide to Feminism</a>&#8221; veröffentlicht. Männer, die Männern Feminismus <em>einfach</em> erklären, braucht es das? Diese und andere Fragen hat sich <a href="http://geschlechterchaos.wordpress.com/2012/08/08/alles-nicht-so-einfach-oder-gender-matters/">khaos.kind</a> gestellt.</p>
<p>Die Strickistinnen Antonia Wenzl und Betina Aumair stellen ihr neues Projekt vor: &#8220;<a href="http://strickistinnen.blogspot.co.at/2012/08/einladung-zur-eroffnung-von-umheimelig.html">UnHEIMelig</a>&#8220;. Die Eröffnung findet am 18. August um 16 Uhr am Wiener Wallensteinplatz statt (mehr dazu in Kürze auf der Denkwerkstatt).</p>
<p>Eine Liste mit den besten Fahrrad-Blogs gibt es bei den <a href="http://anschlaege.at/feminismus/2012/05/world-wide-bikes/">An.schlägen</a>.</p>
<p>Erinnerung: Am 20. August findet das erste &#8220;<a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2012/07/netzfeministisches-bier-in-wien/">Netzfeministische Bier</a>&#8221; in Wien statt.</p>
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		<title>Schmerzensangelegenheiten</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Aug 2012 22:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doing Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeiten]]></category>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Beora Gogulka und Andrea Hrastnik, Studentinnen an der Uni Klagenfurt Anfang des Jahres wühlte der Artikel „Schmerzensmänner“ im Feuilleton der „Zeit“ den Diskurs um die Definition von Männlichkeit und Weiblichkeit erneut auf. Die Journalistin Nina Pauer erregte so manche Gemüter, indem sie behauptete, dass sich Männer der Gegenwart in einer „Identitätskrise“ befinden und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gastbeitrag von Beora Gogulka und Andrea Hrastnik, Studentinnen an der Uni Klagenfurt</em></p>
<p>Anfang des Jahres wühlte der Artikel „Schmerzensmänner“ im Feuilleton der „Zeit“ den Diskurs um die Definition von Männlichkeit und Weiblichkeit erneut auf. Die Journalistin Nina Pauer erregte so manche Gemüter, indem sie behauptete, dass sich Männer der Gegenwart in einer „Identitätskrise“ befinden und zu melancholischen, hyperreflektierten, ratlosen „Schmerzensmännern“ verkommen sind.</p>
<p>Der „neue Mann“ sei laut Pauer „falsch abgebogen“ und habe seine „Rolle verloren“. Sie beklagt, dass sein ‚verkopftes Verhalten‘ es fast zu einer Unmöglichkeit macht, sich von ihm angezogen zu fühlen. Er sei zu verweichlicht, unsicher, wisse nicht mehr, wie und wann man(n) eine Frau erobern muss. Christoph Scheuermann erklärt auf „Spiegel-Online“, Frauen seien an dieser vermeintlichen Misere „selber schuld“. Immerhin wollten sie doch Männer, die zuhören können und sich für ihre Gefühle interessieren. Als Antwort auf die „Schmerzensmänner“ von Pauer definiert er Frauen von heute als „Optimier-Frauen“, welche „alles und jeden optimieren“ wollen. Frauen wissen nicht, was sie wollen, nur, was sie nicht wollen.</p>
<p><span id="more-5493"></span></p>
<p>BRIGITTE-Redakteurin Nikola Haaks erfreut sich daran, noch das „Vorgängermodell“ des überreflektierten Schmerzensmannes – den „Macho 2.0“ – zu haben. Dieses ‚Modell‘ mache sich zwar schon Gedanken, reflektiert jedoch, wie Pauer es beschreibt, eine Beziehung nicht „zu Tode“. Mit gefühlsbetonten Unterhaltungen und „Psychogelaber“ erreiche man beim Macho 2.0 nichts und damit müsse man sich laut Haaks einfach abfinden. Die richtige Bedienung des Modells „Macho 2.0“ sei der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung.</p>
<p>Was allen Ausführungen gemein ist – sie pauschalisieren, reduzieren und stereotypisieren. Es ist die Rede von „Rollen“, dem „Geschlechterspiel“ und der „Krise der Männlichkeit“. Männer und Frauen werden in Typen eingeteilt, Menschen auf wenige Eigenschaften reduziert und es werden ihnen stereotype Attribute zugeschrieben. In dieser Art definiert Stuart Hall den Begriff „stereotypisieren“ – die Reduktion auf einige wenige Charakteristika, welche zudem noch als natürlich repräsentiert werden.</p>
<p>Auffallend ist, dass individuelle Erfahrungen der jeweiligen AutorInnen verallgemeinert und nicht als eigene Erkenntnis und Meinung gekennzeichnet werden. Gleichgültig ob Pauer, Haaks oder Scheuermann – alle sprechen sie von unterschiedlichen ‚Modellen’ und geben Patentrezepte für den Umgang mit diesen, als wären Menschen Objekte, die man nur richtig händeln müsse. Sie alle gehen von einer homogenen Masse von Frauen bzw. Männern aus, wodurch die Individualität von Menschen außer Acht gelassen wird. Persönlichkeit, Verhaltensweisen, Begehren – alles wird an das biologische Geschlecht geknüpft. Diese vereinfachte, undifferenzierte Betrachtungsweise einer sehr komplexen Thematik wird der heutigen Zeit – in der immer mehr Platz für individuelle Lebensentwürfe sein sollte – nicht gerecht. Welchen Nutzen hat es, Menschen in Typen einzuteilen und sie zu charakterisieren, als gäbe es nur DIE eine Frau und DEN einen Mann und nur DIE eine Weiblichkeit und DIE eine Männlichkeit?</p>
<p>„[G]erade das Heraufbeschwören einer Krise impliziert die Vorstellung eines stabilen Konzepts männlicher Identität, das es aufrechtzuerhalten und gegen äußere Widerstände zu verteidigen gelte“, hält Brigitte Theißl in einem Artikel in „an.schläge“ unserer Meinung nach richtig fest. Pauer, Haaks und Scheuermann diskutieren in ihren Artikeln, was einen Mann zum Mann macht und postulieren damit, dass es eine richtige/normale bzw. falsche/abnormale Männlichkeit gibt. Haaks geht zum Beispiel mit Reinhard Fendrich d’accord, der 1988 den Macho besingt: „Macho Machos, bleiben in Mode, Macho Machos, sterben net aus“. Auch Pauer meint, alle Frauen wünschen sich einen starken Mann zum Anlehnen, der nicht ständig über seine Gefühle schwafelt, sondern den ersten Schritt macht, ohne darüber nachzudenken. Es werden traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit – aktiv vs. passiv, ‚starkes Geschlecht’ vs. ‚schwaches Geschlecht’, Emotion vs. Vernunft usw. – (re)produziert.</p>
<p>Die Artikel spiegeln somit das wider, was in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen, beispielsweise von Judith Butler, als das heteronormative System aufgedeckt wurde. Nina Degele fasst Heteronormativität zusammen als „ein binäres Geschlechtersystem, das lediglich genau zwei Geschlechter akzeptiert, und das Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung gleichsetzt“. Jene Vorstellung von Mann und Frau, Männlichkeit und Weiblichkeit und Begehren ist aber nur eine von vielen. So konstatiert auch Villa nach Butler: „Frau- bzw. Mann-Sein […] sind ‘in sich instabile Angelegenheiten‘ (Butler) […] weil sie so sehr von Ambivalenzen und Unmöglichkeiten geprägt sind, dass ihre Verwirklichung quasi scheitern muss. Dies spiegelt sich u.a. darin, dass die geschlechtliche und auch die sexuelle Existenz bzw. Identität immer wieder aufs Neue performativ hergestellt werden muss.“</p>
<p>Die AutorInnen konstruieren eine Männlichkeit – das Gegenteil vom Schmerzensmann &#8211; als die einzig wahre, überdeuten ihr Konstrukt und sprechen Männern außerhalb dieser Vorstellung das ‚Mann-Sein‘ ab. Unreflektiert und idealisierend. Darum sprechen Philipp Leeb und Emanuel Danesch vom Verein „Poika“ von MännlichkeitEN, um damit aufzuzeigen, dass es nicht EINE Männlichkeit gibt. Nun klingt es vorerst einfach: um Männer nicht auf eine Männlichkeit zu reduzieren, geht man einfach von mehreren Männlichkeitskonstruktionen aus. Das Problem dabei erklären Leeb und Danesch auf dem Fuß: „Wer sich nicht dem Diktat einer heteronormativen Chefmännlichkeit fügt, wird – und das ist systemimmanent – sofort bewusst oder unbewusst von seinen männlichen und weiblichen Kolleg_innen sanktioniert. Es handelt sich also um ein sich selbst erhaltendes System“.</p>
<p>Selbst wenn alle Menschen innerhalb dieses Systems leben und es leider häufig unvermeidbar ist Schubladen-Denken, Vorurteile und Stereotypisierungen abzulegen, ist es wünschenswert oder sogar erforderlich, ein derartiges Konstrukt, wie es die Artikel nahelegen, aufzudecken, das Denken weiter zu entwickeln und nicht krampfhaft an überholten Vorstellungen festzuhalten. Artikel wie die von Pauer und Co. bedeuten einen Stillstand wenn nicht gar einen Rückschritt für unsere Gesellschaft. Es wäre wohl ein Schritt nach vorne, nicht immerzu alt eingesessene Vorstellungen davon, wie ein Mann oder eine Frau zu sein hat, zu verstärken und immer wieder aufleben zu lassen, sondern neue Vorstellungen zuzulassen, um all jenen Menschen, die nicht in dieses normative, hegemoniale Konstrukt passen, auch Platz zu geben.</p>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jun 2012 14:19:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Zeit ist ein Artikel über aktuelle feministische Bewegungen erschienen (&#8220;Von Amazonen und Schlampen&#8220;), der für Ratlosigkeit und Verärgerung unter feministischen Bloggerinnen gesorgt hat. Kommentare dazu findet ihr auf der Mädchenmannschaft, bei sanczny und bei den Fuckermothers. Lesetipp: Die aktuelle Ausgabe der aep Informationen (Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft) widmet sich dem Thema [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeit ist ein Artikel über aktuelle feministische Bewegungen erschienen (&#8220;<a href="http://fuckermothers.wordpress.com/2012/06/17/aus-der-zeit-gefallen-miriam-laus-artikel-von-amazonen-und-schlampen/">Von Amazonen und Schlampen</a>&#8220;), der für Ratlosigkeit und Verärgerung unter feministischen Bloggerinnen gesorgt hat. Kommentare dazu findet ihr auf der <a href="http://maedchenmannschaft.net/jo-frau-lau-ich-check-ihren-feminismus-nicht/">Mädchenmannschaft</a>, bei <a href="http://sanczny.wordpress.com/2012/06/17/fifty-shades-of-fucked-up/">sanczny</a> und bei den <a href="http://fuckermothers.wordpress.com/2012/06/17/aus-der-zeit-gefallen-miriam-laus-artikel-von-amazonen-und-schlampen/">Fuckermothers</a>.</p>
<p>Lesetipp: Die aktuelle Ausgabe der aep Informationen (Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft) widmet sich dem Thema &#8220;Migrantinnen im Diskurs&#8221; und kann <a href="http://www.aep.at/rahmen.htm">hier</a> bestellt werden. Einige interessante Beiträge: <a href="http://www.denkwerkstattblog.net/author/genderrrevolte/">Denkwerkstatt-Bloggerin</a> Betina Aumair schreibt über Empowerment-Rhetorik und Paternalismus, <a href="http://www.anschlaege.at/">an.schläge</a>-Redakteurin Vina Yun über &#8220;F.A.Q. Zweite Generation&#8221;. Interessante Beiträge zum Thema Migration gibt es außerdem online auf <a href="http://www.migrazine.at/">Migrazine.at</a>.</p>
<p>Anita Sarkeesian von Feminist Frequency hat eine Video-Serie zu &#8220;Tropes vs. Women in Video Games&#8221; angekündigt und ihr Projekt auf der Plattform &#8220;Kickstarter&#8221; zur Finanzierung eingereicht. Die <a href="http://www.feministfrequency.com/2012/06/harassment-and-misogyny-via-wikipedia/">Reaktionen</a>: ein eklinger Shitstorm &#8211; Beschimpfungen, Bedrohungen und auch ihr Wikipedia-Eintrag wurde verunstaltet. Anita hat das Ganze öffentlich gemacht, um zu zeigen, womit Feministinnen im Netz konfrontiert sind. Die gute Nachricht: Ihr Projekt wurde von unglaublich vielen Menschen unterstützt, Links zu Artikeln darüber findet ihr <a href="http://www.feministfrequency.com/2012/06/kickstarter-project-funded-with-6967-backers/">hier</a>.</p>
<p>Am Wochenende fand in Wien die 17. Regenbogenparade statt. Links zu Berichten und Fotos findet ihr bei der <a href="http://www.hosiwien.at/die-regenbogenparade-2012-verzeichnete-rekordbesuch-bei-rekordtemperaturen/">HOSI Wien</a>.</p>
<p>Save the date: Von 19. bis 22. September findet in Wien die <a href="https://www.facebook.com/FrauenSommerUniWien">FrauenSommerUni </a>statt. Das Programm wird im Juli bekannt gegeben.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/06/FSU-2012-Plakat1.jpg"><img class="wp-image-5396 aligncenter" title="FSU 2012 Plakat" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/06/FSU-2012-Plakat1-212x300.jpg" alt="" width="250" height="354" /></a></p>
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		<title>Lesestoff</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 19:26:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem der Mai bei mir bisher vollgestopft mit Terminen war, habe ich leider wieder einmal kaum Zeit fürs Bloggen gefunden. Glücklicherweise gibt es viele andere produktive Blogger_innen (und Journalist_innen) &#8211; hier einige interessante Links für euch. Am Wochenende findet in Baku der Eurovision Song Contest statt. Marco Schreuder schreibt in seinem Songcontest-Blog auf standard.at darüber, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem der Mai bei mir bisher vollgestopft mit Terminen war, habe ich leider wieder einmal kaum Zeit fürs Bloggen gefunden. Glücklicherweise gibt es viele andere produktive Blogger_innen (und Journalist_innen) &#8211; hier einige interessante Links für euch.</p>
<p>Am Wochenende findet in Baku der Eurovision Song Contest statt. Marco Schreuder schreibt in seinem <a href="http://derstandard.at/1336697697481/Achter-Eintrag-Andersrum-in-Baku?_blogGroup=1">Songcontest-Blog</a> auf standard.at darüber, wie die Situation für Schwule und Lesben in Aserbaidschan aussieht.</p>
<p>Helga von der <a href="http://maedchenmannschaft.net/sexuelle-belaestigungen-so-siehts-aus/">Mädchenmannschaft</a> hat über eine Studie und ihre persönlichen Erlebnisse in Zusammenhang mit sexueller Belästigung geschrieben &#8211; kommentiert wurde der Beitrag bereits von vielen Leser_innen&#8230;</p>
<p><a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/24/anti-feminismus-und-unfeminismus/">Antje Schrupp</a> schlägt auf ihrem Blog vor, zwischen Anti-Feminismus und Unfeminismus zu unterscheiden.</p>
<p><a href="http://diestandard.at/1336697948082/Femen-Erste-Stoeraktionen-bei-EM-Presseterminen">Fuck Euro 2012</a> &#8211; Femen-Aktivistinnen haben erste Presse-Termine in der Ukraine gestört &#8211; sie protestieren gegen den Anstieg des Sextourismus und den Umgang der Behörden mit dem Thema während der Fußball-Europameisterschaft.</p>
<p>Eva Zelechowski hat sich auf <a href="http://dastandard.at/1336697912916/Billa-Heimatkampagne-Rote-Karte-fuer-das-Rot-Weiss-Rot-Stickeralbum">dastandard.at</a> darüber geärgert, welches Bild von &#8220;Heimat&#8221; das Österreich-Stickeralbum von Billa zeichnet.</p>
<p>Eine Lesung von Sarah Kuttner in Hamburg hat für Aufregung gesorgt. Ein Teilnehmer der Veranstaltung zeigte sie aufgrund von rassistischen Äußerungen an &#8211; viele Medienberichte folgten, die dem jungen Mann sogleich erklärten, dass bestimmte Ausdrücke und Sprachbilder  nicht rassistisch seien, wenn mensch es &#8220;gar nicht so meint&#8221;. Charlott hat diese Diskussion auf ihrem <a href="http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2012/05/24/die-sache-mit-sarah-kuttner/">Afrikawissenschaft-Blog</a> kommentiert.</p>
<p>Könnt ihr mit dem &#8220;Flausch&#8221;-Begriff etwas anfangen? Kathrin schreibt auf ihrem <a href="http://www.iheartdigitallife.de/filtersouveranitat-und-empathie/">Blog</a> über Flausch in ihrer Timeline, Filtersouveränität und Empathie.</p>
<p>Schon wieder ein neues, tolles feministisches Projekt: Auf &#8220;<a href="http://alltagsalternativen.jimdo.com/">Alltagsalternativen</a>&#8221; könnt ihr nachlesen, wie mensch schlagfertig auch sexistische Sprüche antwortet.</p>
<p>Noch bis zum 3. Juni könnt ihr eure Ideen für die <a href="http://ffuni.blogsport.de/2012/03/10/fsu-2012-in-wien/">FrauenSommerUni</a> im September in Wien einreichen (vor allem auf Netzfeminismus-Themen warten wir noch gespannt..!), <a href="http://ullikoch.wordpress.com/">Ulli </a>hat mit <a href="http://fm4.orf.at/stories/1699091/">FM4</a> über die Veranstaltung gesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 20:06:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Who&#8217;s your man?&#8221; wird in der April-Ausgabe der an.schläge gefragt. Ich habe diesmal ein Interview mit einem Sozialpsychologen und einen Artikel zur Männlichkeitsforschung beigesteuert. Online findet ihr unter anderem einen Beitrag zur weitgehend unbekannten Krankheit Endometriose. Ashley Judd wurde in der Boulevardpresse für ihr Aussehen kritisiert &#8211; ein Schönheitschirurg kam zu Wort und stellte Spekulationen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Who&#8217;s your man?&#8221; wird in der April-Ausgabe der <a href="http://anschlaege.at/feminismus/">an.schläge</a> gefragt. Ich habe diesmal ein Interview mit einem Sozialpsychologen und einen Artikel zur Männlichkeitsforschung beigesteuert. Online findet ihr unter anderem einen Beitrag zur weitgehend unbekannten Krankheit <a href="http://anschlaege.at/feminismus/2012/04/keine-heulsusen/">Endometriose</a>.</p>
<p>Ashley Judd wurde in der Boulevardpresse für ihr Aussehen kritisiert &#8211; ein Schönheitschirurg kam zu Wort und stellte Spekulationen über ihr &#8220;puffy face&#8221; an. Die amerikanische Schauspielerin (und Gender-Studies-Absolventin) lässt sich das nicht gefallen &#8211; in einem Artikel auf &#8220;<a href="http://www.thedailybeast.com/articles/2012/04/09/ashley-judd-slaps-media-in-the-face-for-speculation-over-her-puffy-appearance.html">The Daily Beast</a>&#8221; schreibt sie über die Sexualisierung von Frauen, Medien und Schönheitsnormen.</p>
<p>Einen sehr guten Text über die Definitionen von Sexismus findet ihr auf <a href="http://diestandard.at/1333528808950/Was-ist-Sexismus-Ueberall-Sexismus-doch-nirgends-SexistInnen">diestandard.at</a>.</p>
<p>&#8220;Einen schönen Einblick in die Konstruktion von Geschlecht liefern die Vorschläge für Fotografien der &#8216;Digital Photograph School&#8217;. Die 42 Beispielposen könnten auch als Illustration für &#8216;Frauen sind Sexobjekte und Männer sind Personen&#8217; dienen&#8221;, ist auf der <a href="http://maedchenmannschaft.net/gender-konstruieren-in-42-posen/">Mädchenmannschaft </a>zu lesen.</p>
<p>Am Donnerstag (19.4.) findet vor dem Flüchtlingshaus in der Nußdorferstraße 23 im 9. Bezirk eine Kundgebung gegen Abschiebungen statt. Den Aufruf von &#8220;Asyl in Not&#8221; könnt ihr <a href="http://www.asyl-in-not.org/php/portal.php">hier</a> lesen.</p>
<p>SOS Mitmensch hat die Petition &#8220;Stopp dem falschen Gerede vom &#8216;Migrationshintergrund&#8217;!&#8221; gestartet. Alles Infos gibt es <a href="http://www.sosmitmensch.at/stories/6058/">hier</a>.</p>
<p>Einen tollen Artikel über Frauen im Schachsport findet ihr auf <a href="http://dastandard.at/1334530824525/Schach-Kleiderkodex-fuer-die-Chess-Bitches">dastandard.at</a>.</p>
<p>Anders Breivik wird derzeit eine mediale Bühne geboten &#8211; in &#8220;Warum wir über Breivik berichten&#8221; verteidigen sich die Journalist_innen der &#8220;Zeit&#8221;. <a href="http://www.emma.de/news-artikel-seiten/breivik-am-ende-geht-es-um-frauen/">Sibylle Hamann</a> hat vergangenen Sommer einen ausgezeichneten Text über den Frauenhass des Attentäters geschrieben, der in der Berichterstattung oft untergeht.</p>
<p>Wer die Sektion 8 näher kennenlernen möchte, kann das am Donnerstag bei einem <a href="http://www.sektionacht.at/">Infoabend</a> tun.</p>
<p>Die Plattform 20000frauen veranstaltet am Freitag im Wiener MQ eine <a href="http://zwanzigtausendfrauen.at/2012/04/strasenaktion-gegen-korruption/">Straßenaktion gegen Korruption</a>.</p>
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		<title>Geschlechter_debatten_kultur</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 23:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich gar keinen Text zum aktuellen Profil-Aufreger schreiben. Denn dass Gernot Bauer und Robert Treichler eine ernsthafte Diskussion über Lohnungleichheiten zwischen Männern und Frauen führen wollen, das kaufe ich ihnen nicht ab. Wäre das ihre Absicht gewesen, so hätten sie wohl nicht Studien, die seit Jahren auf dem Tisch liegen, als sensationelle Enthüllung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich gar keinen Text zum aktuellen Profil-Aufreger schreiben. Denn dass Gernot Bauer und Robert Treichler eine ernsthafte Diskussion über Lohnungleichheiten zwischen Männern und Frauen führen wollen, das kaufe ich ihnen nicht ab. Wäre das ihre Absicht gewesen, so hätten sie wohl nicht Studien, die seit Jahren auf dem Tisch liegen, als sensationelle Enthüllung verkauft, nicht so einseitig recherchiert/zitiert und &#8211; was hier wohl am meisten von Bedeutung ist &#8211; ihren Text nicht als polemischen Rundumschlag gegen Frauenpolitik und Feminismus angelegt.</p>
<p>Ja, welche Zahlen in welchen Slogans verwendet werden, darüber kann mensch diskutieren. Die Bewusstseinsarbeit zum  &#8220;Gender Pay Gap&#8221; zählt klar zu den Erfolgen frauenpolitischer Lobbyarbeit: Dass Frauen und Männer gleich viel für gleichwertige Arbeit verdienen sollen und es ungerecht ist, wenn Frauen dafür weniger Geld bekommen, darüber herrscht ein (zumindest öffentlich zelebrierter) Konsens quer durch alle Lager. Dass Interessensvertretungen eher Zahlen/Studien/Umfragen verwenden, die ihrem Zweck dienen, sollte auch hinlänglich bekannt sein. Und trotz der erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit hat sich realpolitisch wenig getan: Eine zaghafte (wenn auch vermutlich hart erkämpfte) Regelung zu einer Offenlegung von Gehältern soll ein erster Schritt in Richtung mehr Einkommensgerechtigkeit in Österreich sein.</p>
<p><span id="more-4917"></span></p>
<p>Den &#8220;Fakten&#8221; im Profil-Artikel muss ich mich an dieser Stelle gar nicht widmen. Genügend intelligente Frauen haben bereits Zeit in Texte investiert, die über diverse Achsen der Ungleichheit und Ungerechtigkeit aufklären (<a href="http://diestandard.at/1333185024981/Gender-Pay-Gap-Gestatten-Profil-ein-Maennermagazin">hier</a>, <a href="http://diestandard.at/1333185139033/Offener-Brief-an-Profil-Gleichbehandlungsanwaeltin-Schade-um-die-Chance">hier</a>, <a href="http://diestandard.at/1333185114992/Reaktion-auf-Profil-Story-Kein-Aprilscherz">hier</a> und <a href="http://diestandard.at/1333185102466/Offener-Brief-der-Zweite-Frauennetzwerk-reagiert-auf-Profil-Story">hier</a>). Wieder einmal müssen Feministinnen als sachkundige Lehrerinnen auftreten, die er- und aufklären &#8211; weil mensch manches einfach nicht so stehen lassen kann.</p>
<p>Am 4. Februar 2008 titelte das Profil noch: &#8220;Die betrogene Frau. Die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau werden größer, die Karrierechancen schlechter. Nur in Österreich. Was läuft anders als im Rest Europas?&#8221; Vier Jahre später ist man(n) in der Profil-Redaktion offenbar klüger geworden. Stimmt alles nicht. <em>Doch</em> nicht. Und deshalb ist jetzt von &#8220;Mythen&#8221; die Rede, von einer &#8220;Folklore&#8221; und dem &#8220;ewigen Opfer Frau&#8221;. Diese Sprache ist mir aus dem männerrechtlichen Kontext bekannt (wo der Artikel gerade abgefeiert wird). Und hier sind wir an dem Punkt angekommen, an dem ich beginne, mir Sorgen um die mediale (!) Gechlechterdebatte zu machen.</p>
<p>Denn männerrechtliche Positionen wurden in den vergangenen Jahren in den Massenmedien mehrfach prominent platziert. Sie sind im Spiegel zu finden, in der FAZ, der Zeit und immer öfter im Profil (was unter anderem an Chefredakteur <a href="http://blog.profil.at/index.php/christianrainer/freiheit-fur-den-mann">Christian Rainer</a> liegen könnte). Auch im Standard durfte Walter Hollstein zum 100. Internationalen Frauentag seine Thesen über kranke und kriminelle Kinder von Alleinerzieherinnen ausbreiten.</p>
<p>Vor einigen Wochen habe ich ein Interview mit einem Sozialpsychologen geführt, der zu Antifeminismus und Misogynie forscht (mehr dazu in der April-Ausgabe der <a href="http://anschlaege.at/feminismus/">an.schläge</a>). Der Psychoanalytiker sieht aktuell eine Art gesellschaftliches Vakuum, das entstanden sei, weil der Feminismus als sozialpolitische Bewegung nicht mehr in dieser Kraft und Intensität bestehen würde. Dieses Vakuum wird dann mit solchen Positionen gefüllt: Man(n) hat das Gefühl, endlich das &#8220;Unbehagen&#8221; äußern zu können, das zuvor zurückgehalten werden musste. Autoren wie Hollstein oder Amendt sind die Wegbereiter, die von (heimlichen oder offenkundigen) Sympathisanten in männlich dominierten Redaktionen eine Plattform geboten bekommen.</p>
<p>Und damit gelingt tatsächlich eine &#8220;Enttabuisierung&#8221;. Die Positionen werden in den Mainstream befördert, sind nicht mehr die fragwürdigen Thesen einzelner Vertreter kleiner (!) Gruppierungen, sondern lösen breite Debatten aus. Natürlich darf das Phänomen nicht auf ideologische Grabenkämpfe reduziert werden: Solche Geschichten verkaufen sich. Die übertriebene Rhetorik, die maßlose Selbstüberschätzung, die Aggressivität und die einfachen Lösungen lassen sich medial exzellent vermarkten, das wissen wir in Österreich, seit die FPÖ auf der Bildfläche erschienen ist. Hinzu kommt der Umstand, dass Qualitätsmedien, in denen differenzierte Diskussionen stattfinden, so gut wie nicht existieren. Im Gegensatz zu Deutschland mangelt es uns hier an einer Diskussionskultur, die Debatten abseits von &#8220;<a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2011/03/internationaler-frauentag-eine-medienkritik/">Wer hat hier die Hosen an</a>&#8221; hervorbringt (<em>Ö1 gehört gehört!</em>).</p>
<p>Schlussendlich werden Männer, die sich seit drei Monaten in einem männerrechtlichen Verein engagieren oder sich professionell in rechter Kampfrhetorik üben, medial als Gegenstück zu &#8220;dem Feminismus&#8221; präsentiert. Frauenpolitikerinnen oder Wissenschafterinnen, die sich seit Jahrzehnten mit politischen Realitäten und theoretischen feministischen Konzepten auseinandersetzen, müssen dann in TV-Formaten mit Männern diskutieren, die meinen, dass Frauen in Wirklichkeit über mehr Vermögen verfügen, weil sie das Geld ihrer Männer beim Shopping ausgeben. Progressive Männlichkeitsforscher, die ein ernsthaftes Interesse an einer Neuverhandlung von Männlichkeiten haben und sich kritisch mit Privilegien befassen, kommen ebenfalls selten zu Wort. Und auch auf der feministischen Seite sind es oft medial aufgebaute prominente Persönlichkeiten, die (gewollt oder ungewollt) immer wieder als Referenzfiguren zitiert werden und von denen sich viele Feminist_innen nicht vertreten fühlen.</p>
<p>Wenn ich also &#8220;Geschlechterdebatten&#8221; in den (österreichischen) Medien verfolge, beschleicht mich häufig das Gefühl, in Parallelwelten zu leben. Und es sind viele Parallelwelten, in denen ich mich da bewege. Ich verbringe jede Woche mehrere Stunden in frauenpolitischen/feministischen Organisationen, ich studiere Gender Studies, besuche und organisiere queer-feministische Veranstaltungen, beteilige mich an feministischen Online-Debatten, besuche <a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2011/10/wenn-manner-tagen/">Männer-Tagungen</a> und interviewe <a href="http://www.denkwerkstattblog.net/2010/02/richtige-manner-abwesende-vater-und-johnny-depp-teil-1/">Männlichkeitsforscher_innen</a>. Allein in diesen verschiedenen Kontexten finden Debatten statt, deren Komplexität und Vielfalt ich hier unmöglich abbilden kann.</p>
<p>Ja, gerade akademische Diskurse beschränken sich zum Teil auf einen elitären Zirkel und wer sich noch nie mit der Sprechakttheorie und französischem Differenzfeminismus auseinandergesetzt hat, wird Judith Butler (<em>Feminist Superstar</em>) nur schwer verstehen können. Aber wenn sich die  Öffentlichkeit vor Aufregung überschlägt, wenn Begriffe wie &#8220;<a href="http://schreuder.at/2012/04/03/diskutieren-wir-bitte-heteronormativitat/">Heteronormativität</a>&#8221; und &#8220;Intersektionalität&#8221; fallen, zeigt sich hier für mich die übliche heimische Intellektuellenfeindlichkeit &#8211; gerne begleitet von einer (latent) antifeministischen Polemik. Dass sich aus &#8220;dem&#8221; Feminismus ein komplexes theoretisches Gebäude entwickelt hat, ist eine <em>positive</em> Entwicklung. Auch wenn sich hier wieder zahlreiche Ansatzpunkte für Kritik (etwa am Verhältnis Wissenschaft &#8211; Frauenbewegung) identifizieren lassen, so analysieren Geistes- und Sozialwissenschafter_innen doch komplexe gesellschaftliche Verhältnisse, die sich mit Begriffen wie &#8220;Mann&#8221;, &#8220;Frau&#8221; und &#8220;Diskriminierung&#8221; nicht hinreichend theoretisieren lassen. Selbst Zyniker_innen, die geisteswissenschaftliche Texte gerne als &#8220;leeres Geschwätz&#8221; titulieren, werden die Bedeutung etwa der Philosophie und der Geschichtswissenschaft nicht leugnen können.</p>
<p>Nun gut, die Geschlechterdebatte/der Feminismus stehen in Österreich nicht allein da: Differenzierte politische Debatten über Migration, Flucht und Asyl, über eine Verteilungsgerechtigkeit und den verunstalteten Leistungsbegriff finden ebenso nicht bzw. nur in Spartenkanälen statt. &#8220;In der Hitze des Gefechts haben Männer wie Frauen aber vergessen, dass die gesellschaftliche Realität längst andere Prioritäten setzt. Angesichts der verschärften Wirtschaftslage und eines in die Knie gehenden Mittelstands wird der Geschlechterkrampf von einem neuen Klassenkampf verdrängt werden&#8221;, schreibt <a href="http://www.profil.at/articles/1213/560/323609/gender-debatte-in-hitze-geschlechts">Angelika Hager </a>im aktuellen Profil. Diesem Befund kann ich grundsätzlich nur zustimmen, und trotzdem ändert das nichts daran, dass die Kategorie Geschlecht eine der zentralen Diskriminierungsachsen darstellt.</p>
<p>Sexismus, Rassismus und Homophobie müssen immer wieder aufs Neue identifiziert und angeprangert werden. Entwürfe einer &#8220;post-(&#8230;)&#8221;-Gesellschaft entspringen hingegen einer gewollten Ignoranz oder sind einem utopischen Fantasiereich zuzuordnen. Denn auch, wenn wir uns über viele positive Entwicklungen freuen können, so erfahren Betroffene sexualisierter Gewalt noch immer Schuldzuweisungen. Frauen leisten noch immer den Großteil der unbezahlten Arbeit, Migrant_innen arbeiten häufig in unterbezahlten Bereichen und/oder verfügen über keine rechtliche Absicherung und noch immer passiert homophobe und rassistisch motivierte Gewalt.</p>
<p>Neuigkeitswert hat das natürlich nicht. Und mit griffigen bzw. emotionalen Schlagworten lässt sich das auch nicht (differenziert) darstellen. Da fragen wir doch lieber, wer die Hosen anhat. Oder decken ein paar Mythen auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Von Alphamännchen und der Twitteria</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2012/03/von-den-alphamannchen-und-der-twitteria/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 01:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Donnerstag versammelte sich die Wiener Twitteria, um sich im Museumsquartier der eigenen Bedeutung zu vergewissern: &#8220;Bin ich relevant?&#8221;, konnte mensch sich da angesichts der Studie &#8220;Twitterpolitik. Netzwerke und Themen der politischen Twittersphäre in Österreich&#8221; fragen (vorab: ich bin es nicht). Julian Ausserhofer, Axel Maireder und Axel Kittenberger von der Uni Wien haben sich den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag versammelte sich die Wiener Twitteria, um sich im Museumsquartier der eigenen Bedeutung zu vergewissern: &#8220;Bin ich relevant?&#8221;, konnte mensch sich da angesichts der Studie &#8220;Twitterpolitik. Netzwerke und Themen der politischen Twittersphäre in Österreich&#8221; fragen (vorab: <a href="https://twitter.com/#!/denkwerkstatt">ich</a> bin es nicht). <a href="https://twitter.com/#!/boomblitz">Julian Ausserhofer</a>, <a href="https://twitter.com/#!/axelmaireder">Axel Maireder</a> und <a href="https://twitter.com/#!/axkibe">Axel Kittenberger</a> von der Uni Wien haben sich den innenpolitischen Diskussionen auf Twitter angenommen und die Inhalte von insgesamt 374 Accounts über vier Wochen hinweg analysiert. Ausgewählt wurden diese nach bestimmten Schlagworten, außerdem mussten die Personen mind. 100 Follower haben und sich auf Listen von anderen Nutzer_innen befinden. (Alle Infos und Ergebnisse gibt es <a href="http://twitterpolitik.net/">hier</a>)</p>
<p>Unter den 374 Personen bzw. Accounts, die untersucht wurden, befanden sich 268 Männer, auch in den verschiedenen Netzwerken, die von den Studienautoren visualisiert wurden, sind Männer (mit wenigen Ausnahmen) die zentralen Ankerpunkte. Wenig verwunderlich. Wie es das &#8220;<a href="http://socialmediaradar.at/twitter_charts_followers_AT.php">Social Media Radar</a>&#8221; Österreich ausweist, sind nur drei der Top-20-Twitterer Frauen (zwei davon sind prominente Frauen: <a href="https://twitter.com/#!/corinnamilborn">Corinna Milborn</a> u. Ingrid Thurnher). Twitter ist grundsätzlich männlich dominiert, wofür sich vermutlich viele Gründe finden lassen &#8211; dass Geschlecht auch im Internet eine Rolle spielt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein.</p>
<p><span id="more-4841"></span></p>
<p>Beim innenpolitischen Sample der Studie könnte hinzukommen, dass es rein zahlenmäßig mehr Politiker als Politikerinnen gibt und in den innenpolitischen Ressorts mehr Journalisten als Journalistinnen arbeiten. Die zentralen Figuren wie Armin Wolf oder Florian Klenk sind wiederum Ausgangspunkte für Männer-Netzwerke, die hier online abgebildet werden. Ob nun Frauen weniger zu innenpolitischen Themen oder auch insgesamt weniger twittern &#8211; dazu gibt es (soweit ich weiß) keine Daten.</p>
<p>Die Studie hat einigen Nutzer_innen noch einen anderen Umstand bewusst gemacht, nämlich, dass sich in ihrer Timeline nur sehr wenige Frauen befinden. Schon während der Präsentation im Museumsquartier entstand eine (Online-)Diskussion über das Geschlechterverhältnis auf Twitter, von <a href="https://twitter.com/sigi_maurer">Sigi Maurer </a> und <a href="https://twitter.com/KarinStrobl">Karin Strobl </a> wurde kurzerhand der &#8220;Female Follow Friday&#8221; ausgerufen, der glücklicherweise die Following-Listen so mancher User_innen ein wenig umgestaltet hat. Listen mit interessanten Accounts gibt es zum Beispiel <a href="https://twitter.com/#!/porrporr/femalepressure">hier</a> und <a href="https://twitter.com/#!/lisafuchs/folgenswerte-frauen">hier</a>. (Mein Verhältnis: ca. 120 Frauen zu 80 Männern -&gt; feministische Bloggerin)</p>
<p>Ein <em>Female Follow Friday</em> ist für manche selbstverständlich zu viel &#8211;  demonstratives Unverständnis, abwertende Kommentare und die üblichen Witzchen bleiben da nicht aus. Wenn Armin Wolf sich am #fff beteiligt, fragt <a href="https://twitter.com/#!/HannoSettele/status/185766553457934336">Hanno Settele</a>, ob das nun &#8220;die politisch korrekte Liste&#8221; sei (merke: ein paar Seitenhiebe zu Quote, Binnen-I, political correctness und Begriffen aus der feministischen Theorie kommen immer gut). Auch <a href="https://twitter.com/#!/rudifussi/status/185668912132784128">Rudi Fußi</a> bringt immer wieder  sehr lustige Sprüche ein, die bestimmt alle ironisch gemeint sind (wer den Witz nicht versteht, ist selbst schuld!). Ebenfalls ein Klassiker: die <a href="https://twitter.com/#!/axkibe/status/185753983825092609">Zurechtweisung</a>*. Übrigens sollten wir der Versuchung widerstehen, mit Erklärungen einzuspringen, wenn manche <a href="https://twitter.com/#!/IreneS001/status/185682105580273664">User_innen</a> so tun, als hätten sie noch nie von Ungleichheiten und Diskriminierung gehört und auch auf die ach so lustigen <a href="https://twitter.com/#!/fred_zwitschert/status/185706381284884480">Provokationen</a> sollte mensch niemals <a href="https://twitter.com/#!/hoppenina/status/185638153070186496">reagieren</a>. Und: Wir müssen nicht dankbar sein, wenn <a href="https://twitter.com/#!/rudifussi/status/185719188885745666">Männer </a>mal Frauen empfehlen.</p>
<p>Zu all diesen Dingen empfehle ich den Beitrag einer deutschen <a href="http://viruletta.blogsport.de/2012/03/26/deine-privilegien-deine-verantwortung">Bloggerin</a>, die sich mit Privilegien auseinandergesetzt und in ihrem Text viele interessante Beiträge anderer Bloggerinnen verlinkt hat.</p>
<p>Für mich persönlich ist Twitter gar nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken. Twitter ist eine unglaublich praktische und schnelle Informationsquelle und bietet mir die Möglichkeit, mich mit feministischen Szenen in anderen Ländern zu vernetzen. Dass gerade in Österreich so wenige feministische Akteurinnen auf Twitter vertreten sind, finde ich sehr schade. Immer wieder versuche ich im frauenpolitischen Kontext Überzeugungsarbeit zu leisten &#8211; bisher wenig erfolgreich. Dabei hat Twitter gerade hier viele Vorteile: Sexistische/rassistische/homophobe Inhalte verbanne ich aus meiner Timeline, User_innen, die mich beschimpfen, werden geblockt. Da nur Personen, denen ich folge, mir Nachrichten schicken können, kommen über Twitter auch keine Drohungen, die ich anonymisiert per E-Mail erhalte. Natürlich funktioniert das alles nicht hundertprozentig &#8211; über einen verantwortungsvollen Umgang mit diversen Angriffen und Beleidigung sind noch viele Debatten zu führen.</p>
<p><em>*Dieser Tweet bezieht sich nicht auf den Female Follow Friday, sondern auf den Vorwurf einer Userin, die Autoren hätten die Accounts von manchen aktiven Frauen ignoriert / nicht miteinbezogen.  </em></p>
<p><strong>Link:</strong> <a href="http://weblog.datenwerk.at/2012/03/08/twitter-sisters-unite/">&#8220;Twitter Sisters Unite!&#8221;</a></p>
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