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	<title>Denkwerkstatt &#187; Abtreibung</title>
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	<description>Geschlechterforschung (gender studies), Feminismus, Diskriminierung. Unter anderem interessiert mich Männlichkeit – nein, nicht im essentialistischen Sinne. Sondern als soziale und analytische Kategorie, als undefinierbares Konzept, als Mythos und als Anrufung.</description>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Mar 2013 21:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen haben mehrere deutschsprachige Blogger_innen spannende Texte über Klassismus (und Feminismus) veröffentlicht &#8211; die gesammelten Links zur Debatte findet ihr hier. Ich empfehle euch zum Beispiel den Text dazu von Viruletta. Andreas Kemper und Heike Weinbach haben 2009 &#8220;Klassismus. Eine Einführung&#8221; veröffentlicht. Inhaltswarnung: sexualisierte Gewalt In Steubenville, Ohio wurden vor kurzem zwei junge [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen haben mehrere deutschsprachige Blogger_innen spannende Texte über <strong>Klassismus</strong> (und Feminismus) veröffentlicht &#8211; die gesammelten Links zur Debatte findet ihr <a href="http://taschenrechnerimkopf.wordpress.com/links/">hier</a>. Ich empfehle euch zum Beispiel den Text dazu von <a href="http://viruletta.blogsport.de/2013/03/10/gegen-das-verstummen/">Viruletta</a>. Andreas Kemper und Heike Weinbach haben 2009 &#8220;<a href="http://andreaskemper.wordpress.com/klassismus/">Klassismus. Eine Einführung</a>&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><strong>Inhaltswarnung: sexualisierte Gewalt</strong><br />
In Steubenville, Ohio wurden vor kurzem zwei junge Männer zu mindestens einem Jahr Haft verurteilt: Sie hatten eine Mitschülerin vergewaltigt und ihre Gewalttat dokumentiert. Fotos und Videos wurden im Netz verbreitet und das Opfer verhöhnt. Eine engagierte Bloggerin sammelte Fakten zu dem Fall, die Hacker-Gruppe Anonymous veröffentlichte eines der Videos, um Druck auf die Behörden auszuüben. Während der Fall in den deutschsprachigen kaum besprochen wurde, zeigten einzelne Beiträge in den USA beispielhaft, was mit dem Terminus &#8220;Rape Culture&#8221; eigentlich gemeint ist. Eine CNN-Reporterin berichtete etwa von der Verurteilung von zwei &#8220;Star-Football-Spielern&#8221; und brachte den beiden Jugendlichen Mitleid entgegen &#8211; das Opfer wurde nicht erwähnt.<br />
&#8220;Steubenville: this is rape culture&#8217;s Abu Ghraib moment&#8221;, sagt dazu <a href="http://www.newstatesman.com/laurie-penny/2013/03/steubenville-rape-cultures-abu-ghraib-moment">Laurie Penny</a>.<br />
Charlott hat auf der <a href="http://maedchenmannschaft.net/steubenville/">Mädchenmannschaft</a> zum Fall gebloggt  (&#8220;Was wir von Steubenville über r*p*e culture lernen&#8221;) und verlinkt weitere Berichte.<br />
Einen Artikel dazu findet ihr auch auf <a href="http://diestandard.at/1363705544739/Fingerabdruecke-der-toxischen-Maennlichkeit">diestandard.at</a>.<br />
Ich empfehle euch dringend, das Video der Täter, das von Anonymous ins Netz gestellt wurde, nicht anzusehen!</p>
<p>&#8220;Auch atheistische Gefühle können verletzt werden&#8221; &#8211; Beate Hausbichler hat einen tollen <a href="http://diestandard.at/1363239406998/Auch-atheistische-Gefuehle-koennen-verletzt-werden">Kommentar</a> über die <strong>Papst</strong>-Berichterstattung geschrieben.</p>
<p>&#8220;Wie man <strong>sexuelle Übergriffe</strong> vermeidet&#8221; &#8211; ein <a href="http://anschlaege.at/feminismus/2013/01/an-sage-wie-man-sexuelle-ubergriffe-vermeidet/">Kommentar</a> von Irmi Wutscher in den an.schlägen, der sich an potenzielle Täter richtet.</p>
<p>Die 20000frauen haben ihre <a href="http://zwanzigtausendfrauen.at/2013/03/forderungen-der-plattform-20000frauen-zu-schwangerschaftsabbruch-und-verhutung/">Forderungen</a> zu <strong>Verhütung und Schwangerschaftsabbruch</strong> veröffentlicht.</p>
<p>Auf <a href="http://www.malmoe.org/artikel/funktionieren/2553">Malmoe.org</a> findet ihr einen Nachruf auf das Wiener <strong>Rosa-Mayreder-College</strong>.</p>
<p>Der <strong>feministische Lesekreis</strong> trifft sich zum zweiten Mal am 9. April um 17 Uhr. Interessierte Frauen* können noch einsteigen, einen Zugang zu den Texten gibt es auf Anfrage. Alle Infos dazu findet ihr auf der <a href="http://www.genderraum.at/cms/index.php?page=aktuelles">Website</a> des Vereins Genderraum.</p>
<p>Das <a href="http://ffuni.blogsport.de/ffu-2013/programm-ffu-2013//">Programm</a> für die <strong>FrauenFrühlingsUni</strong> 2013 im Burgenland ist bereits online &#8211; vom 18. bis 21. April finden viele spannende Vorträge und Workshops zu feministischen Themen statt. Die Teilnahme ist diesmal kostenpflichtig (Ermäßigungen für Studentinnen* u.a.), anmelden könnt ihr euch <a href="http://ffuni.blogsport.de/ffu-2013/anmeldung-ffu-2013///">hier</a>.</p>
<p>Das nächste <strong>Netzfeministische Bier</strong> findet am 15. April um 19.30 Uhr im Café Sperlhof statt.</p>
<p>Weitere interessante <strong>Veranstaltungen</strong> findet ihr auf der Website der <a href="http://anschlaege.at/feminismus/2013/03/an-kunden-termine-im-marz/">an.schläge</a>.</p>
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		<title>Verlinkt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2012 20:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier einige Links zu Debatten der vergangenen Wochen: Im Sigmund-Freud-Park wurde Ende November das Refugee Protest Camp Vienna errichtet. &#8220;Flüchtlinge sind am 24. November von Traiskirchen nach Wien marschiert, um auf ihre politische Anliegen aufmerksam zu machen. Seitdem haben sie ein Protestlager im Sigmund-Freud-Park errichtet. Mit ihrer Initiative machen sie darauf aufmerksam, dass im Asylverfahren sowie im System [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier einige Links zu Debatten der vergangenen Wochen:</p>
<p>Im Sigmund-Freud-Park wurde Ende November das <strong><a href="http://refugeecampvienna.noblogs.org">Refugee Protest Camp Vienna</a></strong> errichtet. &#8220;Flüchtlinge sind am 24. November von Traiskirchen nach Wien marschiert, um auf ihre politische Anliegen aufmerksam zu machen. Seitdem haben sie ein Protestlager im Sigmund-Freud-Park errichtet. Mit ihrer Initiative machen sie darauf aufmerksam, dass im Asylverfahren sowie im System der Grundversorgung große Mängel herrschen. Obwohl sie einen prekären legalen Status haben und von Abschiebung bedroht sind, kämpfen sie für ihre grundlegenden Menschenrechte.&#8221; Am 18.12., dem Internationalen Tag der MigrantInnen, laden die Protestierenden zum &#8220;<a href="http://refugeecampvienna.noblogs.org/post/2012/12/17/tag-der-offenen-zeltture/">Tag der offenen (Zelt)Türe</a>&#8220;. Eine Liste mit Dingen, die vor Ort gebraucht werden, findet ihr <a href="http://refugeecampvienna.wikispaces.com">hier</a>.</p>
<p><strong>Alice Schwarzer</strong> hat am 3. Dezember ihren <a href="http://diestandard.at/1353208010643/Alice-Schwarzer-wird-70">70. Geburtstag</a> gefeiert. Für Aufregung hat vorab unter anderem das Buch &#8220;Alice im Niemandsland: Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor&#8221; von Miriam Gebhardt gesorgt. Die Antwort auf diese und andere Kritik  liest sich auf Emma.de folgendermaßen: &#8220;Alice Schwarzer: <a href="http://www.emma.de/ressorts/artikel/frauenbewegungen/viel-feind-viel-ehr/">Für immer Punk</a>.&#8221; Einige Bloggerinnen der Mädchenmannschaft haben sich den Debatten rund um Schwarzer angenommen: &#8220;Hallo, ich bin Feministin und mich gibt es nicht&#8221;, schreibt <a href="http://maedchenmannschaft.net/hallo-ich-bin-feministin-und-mich-gibt-es-nicht/">Charlott</a> und analysiert das Bild, das von Feminismen in deutschen Medien gezeichnet wird. &#8220;Ich finde, dass Anti­rassismus, Anti­faschismus, Anti­heterosexismus, Anti­ableismus, … nicht optional für femi­nistische Be­wegungen sind, sondern un­verzicht­bare Bestand­teile&#8221;, schreibt <a href="http://maedchenmannschaft.net/entweder-oder/">Accalmie</a> und meint abschließend: &#8220;Daher laufe ich lieber alleine.&#8221; Eine ausführliche Analyse gibt es auch auf Medienelite.de: &#8220;<a href="http://medienelite.de/2012/12/03/alice-schwarzer-und-der-personenkult/">Alice Schwarzer und der Personenkult</a>&#8220;.</p>
<p>Der 25. November wurde der &#8220;Internationaler Tag zur Beseitigung von <strong>Gewalt gegen Frauen</strong>&#8221; begangen. In Österreich wurden in den vergangen Wochen mehrere Frauen von ihren<br />
(Ex-)Partnern ermordet oder verletzt, zahlreiche Journalist_innen bezeichneten diese Taten wie so oft als &#8220;Familiendrama&#8221; bzw. &#8220;Familientragödie&#8221;. Sandra Ernst Kaiser kritisiert diese Berichterstattung auf diestandard.at: &#8220;<a href="http://diestandard.at/1353208522583/Die-tickernde-Geschmacklosigkeit">Die tickernde Geschmacklosigkeit</a>&#8220;. Einen <a href="http://blog.sektionacht.at/2012/11/mannliche-gewaltorgie/">Blogbeitrag</a> dazu gibt es auch von Niki Kowall von der Sektion Acht. Hinweis: Die kostenlose <a href="http://www.aoef.at/cms/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=2399:pa-26112012-frauenhelpline-0800222-555-bietet-hilfe-bei-gewalt&amp;catid=48:aktuell&amp;Itemid=105">Frauenhelpline</a> 0800/222 555 bietet auch während der Weihnachtsfeiertage rund um die Uhr anonyme Hilfe bei Gewalt.</p>
<p><strong>Weitere interessante</strong> <strong>Blogbeiträge</strong>:</p>
<p>Ulli hat auf <a href="http://ullikoch.wordpress.com/2012/10/10/schwangerschaftsabbruc/">ihrem Blog</a> den Film &#8220;Der lange Arm der Kaiserin&#8221; über die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich rezensiert.</p>
<p><a href="http://querschrift.me/2012/12/04/eure-kinder-werden-so-wie-wir/">Paul</a> hat sich auf Puls 4 die Diskussion über die Aufklärungsbroschüre &#8220;Ganz schön intim&#8221;, die unter anderem von ÖVP und FPÖ skandalisiert wurde, angesehen.</p>
<p>Bei Fernseherkaputt findet ihr interessante <a href="http://fernseherkaputt.blogspot.co.at/p/tv-empfehlungen.html">TV-Empfehlungen</a>.</p>
<p>Helga bietet einen Überblick über wissenschaftlichen Studien zu <a href="http://hanhaiwen.wordpress.com/2012/12/05/eine-kurze-geschichte-an-studien-doppelstandards-wissenschaftlich-belegt/">Doppelstandards</a> in der Arbeitswelt.</p>
<p>Porrporr hat nicht nur einen Twitter-Account, sondern auch ein <a href="http://noborders.noblogs.org">Blog</a> &#8211; vorbeischauen lohnt sich.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ask a Man</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2012/06/ask-a-man/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 13:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Journalist_innen sind mehrheitlich männlich, Männer* kommen in den Medien häufiger zu Wort, treten öfter in Diskussionssendungen auf und werden öfter als Experten zitiert. Das amerikanische Forschungsprojekt 4th Estate hat die mediale Bericherstattung rund um den Wahlkampf 2012 auf diesen Gender Gap hin ausgewertet, analysiert wurden ausgewählte nationale Zeitungen, TV-Sendungen und Radiosendungen. Die Forscher_innen haben sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Journalist_innen sind mehrheitlich männlich, Männer* kommen in den Medien häufiger zu Wort, treten öfter in Diskussionssendungen auf und werden öfter als Experten zitiert.<br />
Das amerikanische Forschungsprojekt <a href="http://www.4thestate.net/">4th Estate</a> hat die mediale Bericherstattung rund um den Wahlkampf 2012 auf diesen Gender Gap hin ausgewertet, analysiert wurden ausgewählte nationale Zeitungen, TV-Sendungen und Radiosendungen.</p>
<p>Die Forscher_innen haben sich dabei unter anderem angesehen, welche Personen in Zusammenhang mit so genannten &#8220;Women&#8217;s Issues&#8221; (Abtreibung, Verhütung, <a href="http://www.plannedparenthood.org/">Planned Parenthood</a>, Frauenrechte) in einem Zeitraum von sechs Monaten zitiert wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zum Thema Abtreibung kamen etwa in 81 Prozent der Fälle Männer* zu Wort, auch beim Thema Frauenrechte allgemein sind es immer noch 52 Prozent.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/06/women-in-media-infographic-final.jpeg"><img class="alignnone  wp-image-5357" title="women-in-media-infographic-final" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2012/06/women-in-media-infographic-final.jpeg" alt="" width="608" height="456" /></a><br />
(<a href="http://www.4thEstate.net/female-voices-in-media-infographic/#.T8yzvo4ij0c">4thestate.net</a>)</p>
<p>4th Estate hat die Daten auch nach einzelnen Medien bzw. Medienunternehmen aufgeschlüsselt, ebenso finden sich auf der Seite Daten zu den <a href="http://www.4thestate.net/gender-gap-among-top-print-journalists/">Top-Printjournalist_innen</a> &#8211; analysiert wurde auch hier, wie häufig sie Frauen zitieren.</p>
<p>&#8220;But we&#8217;re still underrepresented in our government, in boardrooms across America, in the economic recovery hecovery, and in the national meta conversations about why all of that might be. It&#8217;s a shameful stain on traditional media that even conversations about women are still being held mostly by men. We can&#8217;t possibly hope to eradicate institutional discrimination, not to mention cultural misogyny, if we can&#8217;t even get our voices heard. But that&#8217;s the lesson from this week&#8217;s reports: Shut up, little ladies, and stick to not-of-general-interest pink subjects, so Very Serious Men can tell us what we should think about ourselves&#8221;, schreibt Kaili Joy Gray auf <a href="http://www.dailykos.com/story/2012/06/02/1096777/-This-week-in-the-War-on-Women-Shut-your-stupid-ladyhole-no-one-cares-what-you-think">DailyKos.com</a> dazu.</p>
<p>Weitere Artikel zur Studie von 4th Estate:<br />
<a href="http://www.thedailybeast.com/articles/2012/05/31/men-rule-media-coverage-of-women-s-news.html">The Daily Beast  <em></em></a><em>Men Rule Media Coverage of Women’s News</em><br />
<a href="http://www.slate.com/blogs/xx_factor/2012/06/01/new_study_shows_reporters_ask_men_instead_of_women_for_insight_into_women_s_issues.html">Slate.com </a><em>Want Insight on Women? Ask a Man</em></p>
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		<title>Frauenmangel</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2011/11/frauenmangel/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 16:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf orf.at wurde gestern vor einem &#8220;Frauenmangel mit ungeahnten Folgen&#8221; in verschiedenen Ländern Asiens gewarnt. In Indien kommen derzeit 112 Männer auf 100 Frauen, in China ist das Verhältnis 118 zu 100. Grund dafür ist unter anderem die gezielte Abtreibung von weiblichen Föten, die Aktion &#8220;50 Million Missing&#8221; in Indien spricht von einem &#8220;Female Genocide&#8221; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://orf.at/stories/2087665/2087643/">orf.at</a> wurde gestern vor einem &#8220;Frauenmangel mit ungeahnten Folgen&#8221; in verschiedenen Ländern Asiens gewarnt. In Indien kommen derzeit 112 Männer auf 100 Frauen, in China ist das Verhältnis 118 zu 100. Grund dafür ist unter anderem die gezielte Abtreibung von weiblichen Föten, die Aktion &#8220;<a href="http://intersections.anu.edu.au/issue22/banerji.htm">50 Million Missing</a>&#8221; in Indien spricht von einem &#8220;Female Genocide&#8221; &#8211; zum Problem der selektiven Abtreibung kommen grausame Gewalttaten und Ermordungen von Frauen durch Partner oder Familienangehörige hinzu.</p>
<p>Worüber sich Journalist_innen und Bevölkerungswissenschafter_innen nun aber Gedanken machen, sind die Auswirkungen dieses &#8220;Frauenmangels&#8221; auf (asiatische) Männer. Die &#8220;alarmierende Maskulisierung&#8221; könne nämlich &#8220;in den kommenden 50 Jahren einen ähnlich starken Effekt auf die Erde haben wie der Klimawandel.&#8221; Konkret sei das Problem der &#8220;Heiratsengpass&#8221;, der da auf (junge) Männer zukommt. Die prognostizierten Folgen: Prostitution, Sextourismus, Frauenhandel und sogar kriegerische Auseinandersetzungen.</p>
<p>&#8220;Die Politikwissenschaftlerinnen Valerie Hudson und Andrea den Boer gingen in einer umstrittenen These gar so weit zu behaupten, dass asiatische Länder mit Frauenmangel eine Gefahr für den Westen darstellen: Gesellschaften mit starkem Männerüberschuss seien nur durch autoritäre Regimes zu regieren, die häusliche Gewalt eindämmen und sie quasi exportieren &#8211; in Kolonien oder einen Krieg.&#8221;</p>
<p>Was erzählt uns ein solcher Artikel? Männer (die natürlich allesamt heterosexuell sind) haben ein &#8220;natürliches Anrecht&#8221; auf eine Ehefrau. Bekommen sie diese nicht, reagieren sie mit Gewalt und können nur noch von Diktatoren im Zaum gehalten werden. Die Frage nach äußerst problamtischen Formen von Männlichkeit in verschiedenen Gesellschaften wird erst gar nicht gestellt &#8211; Männer scheinen &#8220;von Natur aus&#8221; so zu sein. Immer wieder werden sie als tickende Zeitbomben präsentiert, die explodieren, wenn die notwendigen Ventile (wie Sex mit Frauen, gut bezahlte Erwerbsarbeit und männliche Autoritäten) fehlen. Frauen spielen in solchen Szenarien die Rolle einer &#8220;Ressource&#8221; auf dem Heiratsmarkt, wie der Begriff &#8220;Frauenmangel&#8221; es schon anschaulich v0r Augen führt.</p>
<p>Ein solcher Zugang zu Problemstellungen ist nicht nur oberflächlich und biologistisch / essentialistisch, sondern angesichts der Gewalt, die etwa Frauen in Indien erfahren, auch grausam zynisch.</p>
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		<title>Verlinkt</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2011/08/verlinkt-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 21:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag fanden in verschiedenen deutschen Städten Slutwalks statt. Die Mädchenmannschaft berichtet von den Ereignissen in Berlin, der Mädchenblog von Gaffern und auf diestandard.at könnt ihr euch Bilder von der Veranstaltung ansehen. Ob wohl auch bald in Wien ein Slutwalk stattfinden wird&#8230;? In Österreich steht uns eine neue Debatte um Abtreibung (bzw. die &#8220;Fristenlösung&#8221;) [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag fanden in verschiedenen deutschen Städten Slutwalks statt. Die <a href="http://maedchenmannschaft.net/liebe-gaffer-macker-und-sexisten-slut-the-fuck-up/">Mädchenmannschaft </a>berichtet von den Ereignissen in Berlin, der <a href="http://maedchenblog.blogsport.de/2011/08/15/slutwalk-berlin/">Mädchenblog</a> von Gaffern und auf <a href="http://diestandard.at/1313024258216/Feministischer-Aktionismus-Slut-mit-Lustig">diestandard.at </a>könnt ihr euch Bilder von der Veranstaltung ansehen. Ob wohl auch bald in Wien ein Slutwalk stattfinden wird&#8230;?</p>
<p>In Österreich steht uns eine neue Debatte um <a href="http://diestandard.at/1311802726091/Schwangerschaftsabbruch-Die-Offenbarung-des-ewiggestrigen-Oesterreich">Abtreibung</a> (bzw. die &#8220;Fristenlösung&#8221;) bevor. Der Grund: Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat im Zuge der Spitalsreform die Krankenhäuser in Westösterreich dazu aufgefordert, Abtreibungen anzubieten und so die Situation für Frauen in Tirol und Vorarlberg zu verbessern.</p>
<p>Die offenen Briefe von Alice Schwarzer waren mir schon immer suspekt. So auch jener an Charlotte Roche. Obwohl ich nachvollziehen kann, dass Schwarzer das neue Werk &#8220;Schoßgebete&#8221; verärgert hat, finde ich den untergriffigen Ton wirklich furchtbar. &#8220;Denn du hast nicht die Lösung, du hast das Problem.&#8221; Nachzulesen auf <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=79&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2011&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=08&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=15&amp;cHash=b221e70f5d">emma.de</a>.</p>
<p>Neues aus der Blogosphäre: Eine ehemalige Studienkollegin von mir bloggt auf <a href="http://ullikoch.wordpress.com/">ullikoch.wordpress.com</a> &#8211; schaut mal vorbei!</p>
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		<title>Wochenschau</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2011/05/wochenschau-4/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:03:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Texas hat Governor Rick Perry ein Gesetz erlassen, das Abtreibungen künftig verhindern bzw. erschweren soll. Betroffene Frauen müssen sich einer Ultraschalluntersuchung unterziehen und sich von einem Arzt den Fötus beschreiben lassen, erst 24 Stunden danach können sie die Abtreibung durchführen. Ähnlich furchtbare Gesetzesentwürfe hat Kaili Joy Gray auf Daily Kos unter dem Titel &#8220;This [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Texas hat Governor Rick Perry ein <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/43105199/ns/politics-more_politics/">Gesetz</a> erlassen, das Abtreibungen künftig verhindern bzw. erschweren soll. Betroffene Frauen müssen sich einer Ultraschalluntersuchung unterziehen und sich von einem Arzt den Fötus beschreiben lassen, erst 24 Stunden danach können sie die Abtreibung durchführen. Ähnlich furchtbare Gesetzesentwürfe hat Kaili Joy Gray auf Daily Kos unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.dailykos.com/story/2011/05/21/977824/-This-week-in-the-War-on-Women?via=search">This Week in the War on Women</a>&#8221; gesammelt.</p>
<p>In Saudi-Arabien wurde eine Frau verhaftet, nachdem sie auf <a href="https://www.facebook.com/pages/Teach-me-how-to-drive-so-I-can-protect-myself/132205866854879?ref=ts&amp;sk=wall">Facebook </a>andere Frauen dazu aufgerufen hatte, Auto zu fahren (was Frauen nach wie vor verboten ist). (via<a href="http://maedchenmannschaft.net/frau-wegen-autofahrens-verhaftet-kurz-notiert/"> Mädchenmannschaft</a>)</p>
<p>ORF Science liefert uns wieder interessante Studienergebnisse aus der Welt der <a href="http://science.orf.at/stories/1683117/">Psychologie</a>. &#8220;Lächeln macht Männer unattraktiv&#8221; wurde da etwa herausgefunden. Im Zuge der Studie mussten tausend heterosexuelle Testpersonen Gefühlszustände von gegengeschlechtlichen Personen auf ihre sexuelle Attraktivität hin bewerten. Ob die Studie von der Werbewirtschaft bezahlt wurde, ist nicht bekannt.</p>
<p>Noch abstruser erscheint eine andere <a href="http://science.orf.at/stories/1660446/">Studie</a>, die in den &#8220;Biology Letters&#8221; erschienen ist. Forscher_innen haben untersucht, welchen Tanzstil von Männern Frauen sexuell attraktiv finden. Die Ergebnisse: &#8220;Am meisten sexy fanden es die Frauen, wenn die Männer ihren Rumpf und ihren Hals großzügig und abwechslungsreich bewegten. Auch die Geschwindigkeit des rechten Knies war für sie ein wichtiger Indikator, ob sie den Tanz der Männer gut fanden oder nicht.&#8221;</p>
<p>Nächste Woche startet das Queer Film Festival &#8220;<a href="http://www.identities.at/">Identities</a>&#8221; in Wien (2. &#8211; 11. Juni). Zu sehen gibt es unter anderem diesen Film:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/GrFXualzlZA?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Interview: Frauenbewegung in Österreich &#8211; Teil 2</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 11:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den skandinavischen Ländern wurden in den 60er Jahren Frauen verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert, in Österreich wurde auf ausländische Arbeitskräfte gesetzt. Hängt diese Entscheidung auch mit der katholischen Tradition Österreichs zusammen? Das ist eine gute Frage. Ich denke nicht, dass es in den skandinavischen Ländern, die ja oft ein leuchtendes Vorbild für emanzipatorische Politik [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2011/03/mariamesner1.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2937" title="MariaMesner" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2011/03/mariamesner1.jpg" alt="" width="550" height="347" /></a></p>
<p><strong>In den skandinavischen Ländern wurden in den 60er Jahren Frauen verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert, in Österreich wurde auf ausländische Arbeitskräfte gesetzt. Hängt diese Entscheidung auch mit der katholischen Tradition Österreichs zusammen?</strong></p>
<p>Das ist eine gute Frage. Ich denke nicht, dass es in den skandinavischen Ländern, die ja oft ein leuchtendes Vorbild für emanzipatorische Politik sind, nur ein Thema von Gleichberechtigung gewesen ist. Es ging viel mehr darum, Humanressourcen zu mobilisieren &#8211; wie es so schön heißt. Frauen, die aus Gründen der Kinderbetreuung oder sonstigen Betreuungsaufgaben keiner Erwerbsarbeit nachgingen, stellten eine riesige Ressource dar. Und die skandinavischen Länder haben sich dafür entschieden, diese Ressource zu heben, zu mobilisieren, aber auch aus einem nationalistischen Motiv. Man wollte keine ausländischen Arbeitskräfte ins Land holen.</p>
<p>In Österreich war dieses nationalistische Motiv offenbar in den sechziger Jahren weniger stark als das Motiv, die herrschenden Geschlechterverhältnisse aufrecht zu erhalten. Das wiederum denke ich hat durchaus mit dem katholischen Einfluss zu tun, auch mit einer langen Tradition des Kompromisses zwischen katholischen und sozialdemokratischen Geschlechterbildern. Daher war das in Österreich offenbar die naheliegendere Lösung. In Skandinavien stand der Wille nach einer geschlossenen Nation im Vordergrund.</p>
<p>In Bezug auf Finnland kenne ich die Situation genauer. Dort gab es einerseits eine sehr späte Nationsbildung, andererseits sind Frauen als Mütter schon sehr früh in die nationale Gemeinschaft aufgenommen worden. Und zwar als politische Subjekte. Im nationalen Kampf gegen Schweden und gegen Russland gab es die Idee, alle Teile des politischen Kollektivs in die Nation zu integrieren. Das hat auch dazu geführt, dass in Finnland die Frauen als erstes Land in Europa überhaupt das Wahlrecht bekommen haben. Wobei es wichtig ist zu wissen, dass die Integration der Frauen nicht als Menschen mit Menschenrechten passiert ist, sondern als Mütter. Das alles sind so Grundhaltungen, die politisches Handeln und gesamtgesellschaftliche Werte bestimmen, ohne dass sie den Handelnden immer bewusst sind.</p>
<p><strong>In Österreich gilt Johanna Dohnal als eine Ikone der Frauenpolitik. Nach ihrem Tod wurden Stimmen laut, die eine „neue“ Dohnal forderten. Sind die Erfolge von Johanna Dohnal tatsächlich an ihrer Person festzumachen?</strong></p>
<p>Johanna Dohnal war eine ausgezeichnete Politikerin, eine sehr entschlossene Person, eine Person, die ihre Ziele gut kommunizieren konnte, die nicht zurückgeschreckt ist vor Ablehnung und vor Konflikten. Das zeichnet sie als Politikerin aus, das hat sie sicher erfolgreich gemacht. Ich glaube, in der heutigen Zeit gibt es so einen rückwärtsgewandten Wunsch nach den Heldinnen des Beginns oder auch den Helden des Beginns. Ein Teil dieser Sentimentalität ist auch der Wunsch nach einer neuen Johanna Dohnal, sie war in der Aufbruchszeit institutioneller Frauenpolitik aktiv und sie war die richtige Person an dieser Stelle, da gibt es keine Zweifel.</p>
<p>Allerdings würde sie heute auch andere Strategien anwenden müssen und in anderen Kontexten agieren. Sie wäre wahrscheinlich mit den Mitteln der späten 60er Jahre am Beginn der 10er Jahre nicht mehr so erfolgreich, wie sie es gewesen ist. Außerdem war sie in ihrer Zeit als Staatssekretärin ja nicht die Ikone, als die sie heute an manchen Orten gilt, sondern eine ganz umstrittene und emotionalisierende Politikerin. Das vergisst man manchmal in dieser rückwärtsgewandten Euphorie. Es gab sehr viele Konflikte und Johanna Dohnal ist nicht auf umfassende Zustimmung gestoßen, auch nicht unter den frauenbewegten Frauen.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielte Bruno Kreisky für die Frauenpolitik – war Bruno Kreisky ein Feminist?</strong></p>
<p>Nein, er war sicher kein Feminist. Bruno Kreisky war ein guter Kommunikator und Bruno Kreisky hat schnell verstanden, was Zeitströmungen sind und was man daraus politisch machen kann. Daher denke ich hat er 1979 diese vier Staatssekretärinnen eingesetzt. Um die Frauenquote in der Regierung zu heben und auch um ein öffentliches Zeichen zu setzen. Er hat schon zuvor während seiner Kanzlerschaft das Familienrecht liberalisiert, also egalitärer gestaltet, es wurde das Strafrecht liberalisiert, damit auch der Schwangerschaftsabbruch. Das waren aber beides sozialdemokratische Forderungen zumindest von Beginn des 20. Jahrhunderts an – wenn nicht noch früher. Und unter der Alleinregierung Kreisky &#8211; das war die erste sozialdemokratische Alleinregierung &#8211; ist diese Umsetzung der jahrzehntelang erhobenen Forderungen dann auch auf der Agenda gestanden. Es war wohl weniger ein Kraftakt Kreiskys, sie auf die Agenda zu setzen.</p>
<p>Kreisky hatte einen hohen Anteil an der Erringung der absoluten Mehrheit, die wiederum Voraussetzung für all diese Reformen war. Aber eigentlich hat seine Regierung auf langjährige Forderungen und Konzepte der sozialdemokratischen bzw. sozialistischen Partei – je nachdem, von welcher Zeit wir sprechen – zurückgegriffen. Kreisky hat erkannt, dass das Zustimmung bringen würde, aber gerade bei der Fristenregelung war er eigentlich zögerlich und wurde schließlich von seinem Justizminister Christian Broda und der SPÖ-Frauenorganisation angestoßen. Die Person Bruno Kreisky ist ein Grund für die durchgesetzten Reformen der 70er Jahre, aber es gibt noch ganz wesentliche strukturelle Gründe. Und ich denke nicht, dass er Feminist war.</p>
<p><strong>In den USA ist Abtreibung in jedem Wahlkampf heißes Thema, in Österreich scheint es doch einen breiten Konsens für die Fristenregelung zu geben &#8211; oder trügt hier der Schein?</strong></p>
<p>Das Thema taucht schon immer wieder auf in den Wahlkämpfen, in Landtagswahlkämpfen, in Salzburg beispielsweise, auch Vorarlberg, manchmal Tirol. Also es ist noch immer ein Thema, mit dem versucht wird, zu emotionalisieren, zu mobilisieren &#8211; und das von beiden Seiten. Auch die SPÖ tut das ja mitunter, wenn sie sagt: wir schützen die Fristenregelung. Ich denke, dass die Fristenregelung zur Gewohnheit geworden ist. Das bedeutet, dass für die Frauen, die davon betroffen sind, es einfach lebensweltlich von so großer Bedeutung ist, in dieser Weise nicht mehr dem Strafgesetz in ihren privaten und ohnehin nicht leichten Entscheidungen ausgesetzt zu sein, dass eine Rückkehr zur Bestrafung der Abbrüche vor dem Ende des 3. Monats politisch nicht realistisch ist und daher auch von keiner der großen Parteien ernsthaft erhoben wird. Das würde eher Wählerinnenstimmen kosten, als welche bringen. Aber es gibt immer wieder Versuche, über das Thema zu emotionalisieren und zu mobilisieren.</p>
<p>Ich denke, dass die Frage der Fristenregelung zukünftig wohl eher tangential berührt werden wird, es geht heute um Pränataldiagnostik, also um die Frage, wie man mit Fortpflanzung umgeht, welchen Einfluss hier die Gesellschaft und der Staat nimmt. Die Abtreibung ist wahrscheinlich seit den 90er Jahren nicht mehr dieses Marker-Thema für Positionen, wie das in den USA der Fall ist. Das hat vor allem mit der religiösen Landschaft Österreichs zu tun. In Österreich spielen radikale religiöse Gruppen wie Evangelikale beispielsweise weniger eine Rolle, weil die katholische Kirche trotz des Bedeutungsverlusts in den vergangenen zwanzig Jahren doch noch immer eine zentrale Stellung einnimmt. Und diese verhält sich zwar ablehnend gegenüber der Fristenregelung, greift aber nicht so radikal und emotionalisierend in die Politik ein.</p>
<p><strong> Noch eine Frage zu Ihrer Arbeit als Historikerin: Mit welchem Geschlechterbegriff arbeiten Sie? Gibt es in der Geschichtswissenschaft überhaupt Möglichkeiten, Geschlecht abseits von einem dichotomen Konzept zu denken?</strong></p>
<p>Ja, ich denke schon, dass es das gibt. Wenn man mit einem historisch genauen Blick auf die Akteure und Akteurinnen der Vergangenheit blickt, wird deutlich, dass Geschlecht keine Positionen definiert. Geschlecht ist eine strukturelle Kategorie, die nahe legt, aber nicht zu hundert Prozent festlegt, dass eine Person wahrscheinlich weniger Geld verdient, wahrscheinlich bestimmte Positionen nie erreicht und so weiter. Aber als Historikerin muss man die Individualität der historischen Akteure und Akteurinnen ernst nehmen und nicht mit einem vorgefertigten Muster nach einer scharfen Trennlinie suchen. Sondern sich vielmehr einen offenen Blick bewahren für verschiedene Lebensrealitäten. Da ist Geschlecht ein Bestimmungsmerkmal, aber nicht immer das allerwichtigste. Es gibt sicher Zeiten und Situationen, in denen die soziale Lage, der Migrationsstatus einer Person viel wesentlicher ist für die Definition ihrer Handlungsspielräume als das Geschlecht.</p>
<p>Es ist wichtig, sich diesen Blick zu bewahren, also nicht mit diesem dichotomen Geschlechterraster, das uns die 50er und die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts nahegelegt haben, auf vergangene Gesellschaften zu schauen. Das ist so zentral, da die Geschichte ja immer wieder herangezogen wird als Legitimation für Dinge, die in der Gegenwart passieren. Dieses Argumentationsmuster: „Das war schon immer so“ ist ja ein beliebtes und ich denke, dass gerade der Blick in die Vergangenheit deutlich macht, dass es nicht immer schon so gewesen ist, sondern dass das, von dem wir denken, dass es immer schon so gewesen ist, manchmal 50 Jahre alt ist, manchmal 100 Jahre alt ist.</p>
<p>Daher ist ein dekonstruktivistischer Blick auf Vergangenheit, der unterschiedliche Positionen akzeptieren kann und akzeptieren will gerade im Verhältnis zur Geschichte gar kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Es geht auch darum, Geschichte diesen Charakter einer Legitimationswissenschaft zu nehmen. Denn wie es geworden ist, das ist immer auch eine Geschichte dessen, was alles an Konzepten und Mustern unterlegen ist. Das verschwindet aus der Geschichtsschreibung. Und nach diesen unterlegenen Mustern zu suchen ist eine wichtige Aufgabe von Historikern und Historikerinnen. Ohne sie simplifizieren wir vergangene Gesellschaften.</p>
<p><strong>Die Plattform „20.000 Frauen“ sammelt derzeit zentrale frauenpolitische Forderungen. Welche drei Forderungen sind Ihre wichtigsten?</strong></p>
<p>Ach, wir haben das schon diskutiert und sind zu keiner wirklichen Lösung gekommen. Ich denke, eine gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ist gegenwärtig von großer Bedeutung. Das halte ich für eine zentrale geschlechterpolitische Forderung. Kann ich es bei einer belassen?</p>
<p><strong>Ja, wenn das für Sie die wichtigste ist&#8230;</strong></p>
<p>Ich denke, dass es der wichtigste Ansatz ist, ja.</p>
<p><strong>Links:<br />
</strong><a href="http://denkwerkstatt.wordpress.com/2011/02/27/interview-frauenbewegung-in-osterreich-teil-1/">Teil 1</a> des Interviews<br />
<a href="http://www.kreisky.org/mitarbeiterinnen.htm">Stiftung Bruno Kreisky Archiv</a><br />
Maria Mesner auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Mesner">Wikipedia </a><strong></strong></p>
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		<title>News</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2010/09/news/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 14:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gute Neuigkeiten aus Wien: Öffentliche Aufträge der Stadt werden zukünftig an Maßnahmen zur Frauenförderung gekoppelt werden. SP-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und die grüne Stadträtin Monika Vana präsentierten am Donnerstag das rot-grüne Maßnahmenpaket. Die Umsetzung: Ein Unternehmen, das für die Stadt Wien einen Auftrag bearbeitet, muss künftig frauenfördernde Maßnahmen innnerhalb einer bestimmten Frist umsetzen. Außerdem werden bereits [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gute Neuigkeiten aus Wien: Öffentliche Aufträge der Stadt werden zukünftig an Maßnahmen zur <strong>Frauenförderung</strong> gekoppelt werden. SP-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und die grüne Stadträtin Monika Vana präsentierten am Donnerstag das rot-grüne Maßnahmenpaket. Die Umsetzung: Ein Unternehmen, das für die Stadt Wien einen Auftrag bearbeitet, muss künftig frauenfördernde Maßnahmen innnerhalb einer bestimmten Frist umsetzen. Außerdem werden bereits &#8220;gendersensible&#8221; Leistungsbeschreibungen in Ausschreibungen enthalten sein, Genderkompetenz in einem Betrieb wird zusätzlich in die Beurteilung eines Angebots einfließen. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es auf <a href="http://diestandard.at/1285199633734/Stadt-Wien-Oeffentliche-Auftraege-an-Frauenfoerderung-gekoppelt">diestandard</a>.</p>
<p>Deprimierend: in Sachen <strong>Einkommensschere</strong> ist Österreich nach wie vor EU-Schlusslicht. Nur in Estland sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen noch größer. Statistisch gesehen arbeiten österreichische Frauen ab dem 29. September (Equal Pay Day 2010) bis Jahresende gratis. Ein Interview mit Gabriele Heinisch-Hosek zur schreienden Ungerechtigkeit gibt es auf <a href="http://fm4.orf.at/stories/1663889/">FM4</a>.at.</p>
<p>&#8220;Newsweek&#8221; hat der &#8220;männlichen Befreiung&#8221; eine Titel-Story gewidmet. &#8220;To survive in a hostile world, guys need to embrace girly jobs and dirty diapers. Why it’s time to reimagine <strong>masculinity</strong> at work and at home.&#8221; Artikel und Kommentare gibt es <a href="http://www.newsweek.com/2010/09/20/why-we-need-to-reimagine-masculinity.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Erneute Diskussion um das Recht auf <strong>Abtreibung </strong>unter republikanischen (und demokratischen) Kandidat_innen für die bevorstehenden Senats-Wahlen gibt es bei <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/ns/msnbc_tv-rachel_maddow_show/#39410666" target="_blank">Rachel Maddow</a>.</p>
<p>Und: Kaufen! Die <strong>neuen Ausgaben</strong> von &#8220;<a href="http://www.fibrig.net/" target="_blank">Fiber</a>&#8221; (Thema: &#8220;Farce&#8221;) und &#8220;<a href="http://anschlaege.at/" target="_blank">Anschläge</a>&#8221; sind da.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/09/dsc_0502.jpg"><img class="alignnone  wp-image-1918" title="DSC_0502" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/09/dsc_0502.jpg" alt="" width="550" height="369" /></a></p>
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		<title>Don&#8217;t Ask, Don&#8217;t Tell</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 15:41:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich bin wieder in Wien angekommen &#8211; zumindest physisch. (Ich hoffe, ihr habt mich, bzw. meine Beiträge vermisst!) Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich meine Eindrücke verarbeitet habe, zunächst gibt es aber einen TV-(bzw. Onlinevideo-)Tipp für euch. In den amerikanischen News-Programmen werden zur Zeit zwei Themen in sämtlichen Sendungen verarbeitet: Das Voting [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin wieder in Wien angekommen &#8211; zumindest physisch. (Ich hoffe, ihr habt mich, bzw. meine Beiträge vermisst!) Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich meine Eindrücke verarbeitet habe, zunächst gibt es aber einen TV-(bzw. Onlinevideo-)Tipp für euch. In den amerikanischen News-Programmen werden zur Zeit zwei Themen in sämtlichen Sendungen verarbeitet: Das Voting um die absurde &#8220;Don&#8217;t Ask, Don&#8217;t Tell&#8221; Policy des US-Militärs und der Rummel um die Teaparty-Kandidatin (und Delaware Vorwahl-Siegerin) Christine O&#8217;Donnell, die in einem Talkshow-Video aus alten Zeiten über ihre &#8220;Witchcraft&#8221;-Erfahrungen erzählt und aktuell in einen Skandal um den Missbrauch von Parteispenden verwickelt ist.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/09/picture1.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1854" title="Picture+1" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/09/picture1.png" alt="" width="480" height="212" /></a></p>
<p>Treffsichere Kommentare und Analysen zu solchen Themen findet man/frau auf MSNBC, genauer gesagt bei Rachel Maddow. Maddow ist Host der allabendlichen &#8220;Rachel Maddow Show&#8221; und die erste &#8220;openly gay&#8221; Anchor Woman im US-Amerikanischen TV. Das Voting um die Abschaffung der &#8220;Don&#8217;t Ask, Don&#8217;t Tell&#8221; Regelung, die es Homosexuellen verbietet, sich offen zu ihrer Sexualität zu bekennen und gleichzeitig beim Militär zu dienen, wurde bereits entschieden: Eine Debatte und folgende Abstimmung im Senat wurde von den Republikaner_innen verhindert. &#8220;Are we run by assholes?&#8221; lautet <a href="http://www.huffingtonpost.com/2010/09/23/stewart-country-run-by-a-holes_n_736183.html" target="_blank">John Stewarts</a> entsprechende Reaktion. Rachel Maddow sieht rund um die Debatte und den Erfolg der Teaparty-Kandidat_innen einen neuerlichen &#8220;Culture War&#8221; innerhalb der Republikanischen Partei aufflammen: Abtreibung und die Rechte von Homosexuellen werden wieder heiß diskutiert, was es brauche, seien &#8220;traditionelle Werte&#8221; rund um die heterosexuelle Kleinfamilie. Das entsprechende Video seht ihr <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/ns/msnbc_tv-rachel_maddow_show/#39279448" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Eine andere (amüsante) Analyse rund um die neue &#8220;Insani-Tea&#8221; gibt es auf Youtube:</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/OLsKt4O4Yw8?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Worst Case</title>
		<link>http://www.denkwerkstattblog.net/2010/04/worst-case/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 01:24:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigittethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
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		<description><![CDATA[Nun gibt es also einen dritten Kandidaten für die österreichische Bundespräsident_innenwahl am 25. April. In Hinblick auf Frauen- bzw. Geschlechterpolitik kann man/frau nahezu von einem worst case sprechen: Zu Barbara Rosenkranz gesellt sich nun Rudolf Gehring, der seinen Wahlkampfauftakt gestern in einer Kirche in Wien Döbling feierte. Der leidenschaftliche Christ und Abtreibungsgegner ist Bundesobmann der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nun gibt es also einen dritten Kandidaten für die österreichische Bundespräsident_innenwahl am 25. April. In Hinblick auf Frauen- bzw. Geschlechterpolitik kann man/frau nahezu von einem <em>worst case</em> sprechen: Zu Barbara Rosenkranz gesellt sich nun Rudolf Gehring, der seinen Wahlkampfauftakt gestern in einer Kirche in Wien Döbling feierte. Der leidenschaftliche Christ und Abtreibungsgegner ist Bundesobmann der &#8220;Christlichen Partei Österreichs&#8221; (vormals &#8220;Die Christen&#8221;), die seit 2005 existiert und bisher noch bei keiner Landtagswahl punkten konnte.</p>
<p>Das Programm der Partei (grob zusammengefasst): &#8220;Lebensschutz&#8221;, Ablehnung von Gender Mainstreaming, Ablehnung der Europäischen Union und eines schulischen Sexualkundeunterrichts. Dazu kommt die Verteidigung von Familie und Ehe, die &#8220;natürlich&#8221; nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden darf &#8211; Homosexualität bezeichnet Gründer Alfons Adam als &#8220;heilbare Sexualeurose&#8221;. Heimat ist für die Partei-Christ_innen &#8220;ein Gefühl, das mit dem Menschen mitwächst – von dem Flecken Erde, der für ein Kind überschaubar ist, über die Nation und dem Erdball bis hin letztlich zur himmlischen Heimat, aus der wir kommen und zu der wir zurückkehren&#8221; &#8211; so auf der <a href="http://www.christlicheparteiösterreichs.at/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=146&amp;Itemid=160" target="_blank">Website</a> der CPÖ zu lesen.</p>
<p><a href="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/04/gehring_demo.jpg"><img class="alignnone  wp-image-726" title="gehring_demo" src="http://www.denkwerkstattblog.net/wp-content/uploads/2010/04/gehring_demo.jpg" alt="" width="600" height="361" /></a></p>
<p><em>Rudolf Gehring während einer Demonstration gegen den Ausbau eines islamischen Kulturzentrums in Brigittenau</em></p>
<p>Die Gründungsmitglieder der Partei waren zumeist schon länger im Kampf gegen die Abtreibung aktiv, auf der Website von Rudolf Gehring sind verschiedene <a href="http://www.rudolf-gehring.at/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=58&amp;Itemid=71" target="_blank">Videos </a>zu finden, in denen er gegen Abtreibungskliniken mobil macht. Am Internationalen Frauentag demonstrierte er zuletzt in Salzburg, wo unter anderem die Gynmed Ambulanz und das Frauengesundheitszentrum ISIS für den Frauenpreis des Salzburger Frauenbüros nominiert waren (den Preis erhielt schließlich das Frauenhaus). Auf dem mitgebrachten Plakat war der Slogan &#8220;Karriere darf nicht über Leichen gehen&#8221; zu lesen. Auch bei der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Ambulatoriums &#8220;pro:woman&#8221; im Wiener Rathaus war Gehring vergangenen September vor Ort und demonstrierte. Die <a href="http://diestandard.at/1250691937000/Nachlese-Abtreibungsstreit-rund-um-das-Wiener-Rathaus" target="_blank">Demonstrationen</a> der &#8220;Pro-Life&#8221;-Anhänger_innen nahm damals auch Johanna Dohnal zum Anlass, um auf die Straße zu gehen.</p>
<p>Der Kampf gegen die Fristenlösung ist Gehring nach wie vor ein großes Anliegen. In einem aktuellen Interview mit dem &#8220;<a href="http://derstandard.at/1269448637204/Christ-Gehring-Homosexualitaet-ist-eine-Verirrung" target="_blank">Standard</a>&#8221; erklärt Gehring, angesprochen auf die Verwendung des Wortes &#8220;Babycaust&#8221; in der eigenen Parteizeitung: &#8220;Addieren Sie einmal die Opfer des Holocaust, und addieren Sie die Opfer der Abtreibung &#8211; da kommen Sie auf eine erschreckend höhere Zahl.&#8221; Ginge es nach Gehring, so müsse es &#8220;flankierende Maßnahmen&#8221; für alle, die an einer Abtreibung beteiligt sind, geben. Für &#8220;alle, die das durchführen, Beihilfe leisten, dazu anstiften.&#8221;</p>
<p>Gehrings Frauenbild kommt den Vorstellungen von Barbara Rosenkranz recht nahe. Mütter sollen zuhause bleiben und sich um Kinder und Alte kümmern &#8211; dafür soll es ein Gehalt geben. Rein wirtschaftlich sei die bezahlte Betreuung im Eigenheim noch immer billiger als Kinderkrippe und Altersheim &#8211; und schließlich widerspreche eine außerhäusliche Berufstätigkeit dem &#8220;Innersten einer Mutter&#8221;. Ebenso wie bei Rosenkranz fußen Gehrings Erkenntnisse auf der empirischen Basis der eigenen Großfamilie: Der Politiker hat vier Kinder und (bald) sechs Enkel und glaubt daher zu wissen, was dem Innersten einer Mutter entspricht.</p>
<p>In Sachen Homosexualität weicht Gehring kaum von der Meinung des CPÖ-Gründers Adam ab: &#8220;Homosexualität ist eine Verirrung. Ich habe vor jedem, der sich homosexuell fühlt, Respekt. Da Homo-Ehe oder Adoptionsrecht abzuleiten, das passt nicht. Im Glauben gibt es einen Weg, wo sie zurückfinden können. Erfahrungsgemäß fühlen sich diese Menschen selbst nicht sehr wohl.&#8221;</p>
<p>&#8220;In diesem Wahlkampf sind so viele Menschen noch auf Orientierungssuche, dass wirklich überraschende Ergebnisse möglich sein können&#8221;, meinte der ehemalige &#8220;Presse&#8221;-Chefredakteur Andreas Unterberger (der auf seinem <a href="http://www.andreas-unterberger.at/" target="_blank">Blog</a> gerne gegen Frauenquoten und &#8220;Schwulenehe&#8221; wettert) beim gestrigen <a href="http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZiB-2/episodes/1333257-ZIB-2/1335953-Wahlkampfauftakt-von-Rudolf-Gehring" target="_blank">Wahlkampfauftakt</a>. Realistisch gesehen wird Gehring aber wohl kaum in die Nähe der 70 Prozent kommen, die ihm ein glühender Fan &#8220;unter idealen Bedingungen&#8221; vor der ORF-Kamera voraussagte. Dennoch ist Gehrings Kandidatur ein weiterer, dringender Grund, am 25. April zur Wahl zu gehen und bei Heinz Fischer das Kreuz zu machen.</p>
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