Migration in den Medien

Gastbeitrag aus Klagenfurt von zwei Pädagogik-Studentinnen zum Thema “Migration” in den Medien

Sucht man/frau auf Standard.at und DiePresse.com nach den Begriffen „Migration“ bzw. „Migrationshintergrund“, erscheinen in verschiedenen Ressorts Artikel zu diesem Thema. Wir beschränkten uns aber in der folgenden Ausführung auf den Zeitraum vom 19.05.2012 bis zum 16.06.2012. Auffällig ist dabei, dass die meisten Artikel den Ressorts Bildung (6 Treffer), Politik (5 Treffer), Kultur (7 Treffer) und Panorama (4 Treffer), vor allem in Verbindung mit Integration, zugeordnet sind. Unter dem Begriff „Migrationshintergrund“ waren wesentlich mehr Artikel zu finden als zum Begriff der „Migration“ allein. Des Weiteren gab es 3 Beiträge aus dem Ressort „Meinungen“, „Wissenschaft“ und „Gesundheit“ wurden 2-mal erwähnt und je ein Artikel in den Ressorts „Wirtschaft“, „Immobilien“ und „Inland“ war zu finden.

Ein Thema, welches im Zusammenhang mit dem sogenannten „Migrationshintergrund“ oft zu finden ist , ist die Integration von Kindern mit „Migrationshintergrund“ im Schulbereich. Dafür werden fieberhaft Lösungen gesucht. Es gilt hier einige Problem zu beheben, wie beispielsweise die persönlichen Vorurteile der Lehrer gegenüber diesen Kindern . Es sind zu oft auch die sozialen Hintergründe, die über die Noten eines Kindes entscheiden – und nicht die tatsächlichen Leistungen. Obwohl Kinder mit „Migrationshintergrund“ aufgrund der zweiten Sprache einen umfangreicheren Wortschatz aufweisen als die in Österreich geborenen Kinder, wird die eigentliche Muttersprache gegenüber dem Deutschen oft abgewertet, insbesondere, wenn es sich um eine Sprache aus einem eher von Armut betroffenem Land handelt. Eine vom „Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft“ durchgeführte Studie zeigt, dass auch im Erziehungsstil und in traditionellen Geschlechterrollen ein Problem liegt. Die Studie zeigt nämlich, dass sich vor allem traditionelle Geschlechterrollenbilder negativ auf den Bildungsaufstieg auswirken.

Interessant war ein Vorschlag vom Integrationsexperten Kenan Güngor, der für Kinder mit „Migrationshindergrund“ MentorInnen vorschlägt, nämlich junge StudentInnen mit „Migrationshintergrund“, die als realistische jugendliche Vorbilder dienen könnten. Weil diese ehrenamtlich arbeiten, soll dieser Lösungsvorschlag auch weniger kosten. Für uns hat sich dabei aber die Frage gestellt, inwiefern sich StudentInnen dazu motivieren lassen, den Vorschlag umzusetzen, denn es gibt viele StudentInnen, die studieren und zusätzlich arbeiten gehen und gerade in dieser Situation ist es schwer, dann noch Zeit und genügend Energie zu finden, um unentgeltlich zu arbeiten.

Ein weiterer Lösungsvorschlag, der von Seiten einiger IntegrationsexpertInnen kommt, ist die Forderung nach einer verpflichtenden Ausbildung in Sachen interkultureller Kompetenz für PädagogInnen. Die PädagogInnen sollten demnach darin geschult werden, zwischen SchülerInnen unterschiedlicher Herkunft zu vermitteln und mit der eigenen Unsicherheit umgehen zu lernen. Auch Fragen nach der Sinnhaftigkeit, den SchülerInnen das Türkisch-Sprechen im Schulhof zu verbieten, sollten dadurch leichter beantwortet werden können. Außerdem sollen sich LehrerInnen Wissen über unterschiedliche Kulturen aneignen und eine Offenheit sowie ein Verständnis dafür entwickeln.

Auch Artikel, die im Bereich „Politik“ erschienen sind, haben das Thema der Bildung von Kindern mit „Migrationshintergrund“ Herkunft aufgegriffen, allerdings war auch ein Beitrag zu den AsylwerberInnen und ein Artikel über die Rot-Weiß-Rot-Card zu finden, die als Qualifikationsnachweis für MigrantInnen am Arbeitsmarkt dienen soll.

Die Kategorie „Geschlecht“ spielt in den meisten Ressorts eine eher unwesentliche Rolle. Im Bereich „Panorama“ wird der Mutter die Rolle der Erzieherin zugeschrieben, es wird darauf hingewiesen, dass vor allem eine vorschulische Erziehung durch die Mutter ausschlaggebend für die spätere Integration des Kindes ist.


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