Vertrauen in die Partnerschaft heißt unsere finanzielle Absicherung

Kurz habe ich mir heute am Bahnhof gedacht, da wird ja eine alte Ausgabe des Profils verkauft. Aber nein, das Datum ist aktuell, nur die Coverstory ist so was von gestern. „Jede zweite junge Österreicherin denkt an den Rückzug zu Kindern und Küche.“ – Ja, das gab es schon im Mai zu lesen: Ein „Ergebnis“ der Jugendmonitorstudie, einer telefonischen Umfrage (!) bei 800 Jugendlichen zwischen 14 und 24. Und noch heute erstaunt mich die Ein- und Weitsicht eines Herrn Minister Mitterlehner, trotz dieser „Ergebnisse“ den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze weiterzuführen. Danke.
Warum auch immer diese Coverstory – sie bietet auf jeden Fall keine neuen Erkenntnisse, nicht einmal neue Klischees. Es wird alles hineingepackt, die Bobo-Psychologin und die jungen gut gebildeten Macchiato-Mütter, die Babykarenz und der Karriereknick, die wirtschaftlich motivierte Flucht in die Mutterschaft innerhalb der Unterschicht, die fehlenden Kinderbetreuungsplätze, die Evolutionsbiologie, die linksradikale Genderpolizei und der Wertekatalog.

Für einen Satz ist es allerdings wert, diesen Artikel zu lesen: Frau Margit K., 42, (Ist die echt?), schaffte es in das Top-Management einer internationalen Logistikfirma (schaffte es – würde das jemals bei einem Mann geschrieben werden?), dann kam ein Kind und sie blieb zu Hause. Sie mache sich Sorgen um ihre finanzielle Zukunft, heißt es da in diesem Artikel. Aber, und jetzt kommt es, ich zitiere wörtlich: „Da braucht es Vertrauen in die Partnerschaft.“ Yes!

ba


Kommentare

brigittethe sagt:

Der Artikel liest sich für mich ein wenig wie: Wir wissen, dass ihr ja doch alle gerne Mutter und Hausfrau wärt, aber wir brauchen euch letztendlich doch auf dem Arbeitsmarkt.

brigittethe sagt:

Mal abgesehen davon, dass die Studie missinterpretiert wird. Schließlich wurden Frauen UND Männer gefragt, ob sie es sich vorstellen können, wenn sie es sich leisten können. Und auch 34 Prozent der Männer haben ja gesagt. Aber natürlich kommt gar niemand auf die Idee, die Frage zu stellen, ob wirklich alle Männer so gerne Karriere machen.

Khaos.Kind sagt:

GENAU DAs hab ich mir heute morgen gedacht, als ich das Profil aus dem Briefkasten holte.
Dass es eigentlich schon alt ist und die Hälfte der Frage vergessen wurde:
Könntet ihr euch vorstellen Zuhause zu bleiben und Kind(er) zu betreuen, wenn die Finanzierung gesichert ist?

Ja tschuldigung. Erst mal ist das eine Zukunftfrage und rein spekulativ. Deswegen wollen doch nicht alle, die das mit Ja beantwortet haben, wirklich Zuhause Kinder sitten. Weder Frauen noch Männer. Und die Interpretationsmöglichkeit, dass die aktuelle Arbeitsmarktgestaltung gelinde gesagt fürn Arsch ist, wird dann auch gern mal vergessen.
(aber ich gebe zu, ich habs noch nicht ganz gelesen, vielleicht retten sie es wirklich noch und kauen nicht nur olle Kamellen von vor nem halben Jahr wieder)

[…] von Verena Dieser Text ist Teil 135 von 135 der Serie Genderissimi: Die Blogschaudenkwerkstatt regt sich über die Titelgeschichte des Magazings profil auf, wonach jede zweite Österreicherin an den […]

[…] Denkwerstatt hat dankenswerterweise die Coverstory der letzten Profilausgabe „Traumberuf Hausfrau?“ […]


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