Schlimmer geht’s immer

Eigentlich habe ich angenommen, dass mich die “Krone” (vor allem in puncto Rassismus und Sexismus) nicht mehr überraschen kann. Gerti Senger hat es in der heutigen Sonntagsausgabe dennoch geschafft. Diesen Auszug aus “Triumph des erotischen Kapitals” möchte ich allen Frauen, die sich fragen, warum sie keinen gut bezahlten Vorstandsposten innehaben, nicht vorenthalten:

“Fünfzehn Jahre schminkte sich Hanna B., 34, ‘grundsätzlich’ nicht. Sie drehte ihr Haar zu einem Pferdeschwanz, bekannte sich zu ihrer fahlen Haarfarbe, trug nur bequemes, flaches Schuhwerk, dunkelblaue, weite Pullis und formlose Jeans. Auch auf ihr Gewicht achtete sie nicht. Hanna B. hatte Wichtigeres im Kopf. Immerhin brachte sie es zur zweifachen Akademikerin und zu überzeugten Empfehlungsschreiben ihrer Professoren. Zu einer interessanten, gut bezahlten Anstellung brachte sie es nicht.
Heute ist Hanna B. schlanker, dezent geschminkt, sie hat blonde Strähnchen, trägt schicke Hosenanzüge, Blusen, die ihre Busen ahnen lassen und Schuhe mit Absätzen, die ihre Beine zur Geltung bringen. Auch ihr beruflicher Status hat sich geändert. Hanna B. arbeitet in leitender Stellung in einem Konzern und verdient fast doppelt so viel wie früher.”


Kommentare

ullikoch sagt:

WTF?!?
ich pack es nicht…

lila sagt:

unpackbar.

brigittethe sagt:

Word! Der Artikel wird auch noch schlimmer…

Khaos.Kind sagt:

Wo ist die nächste Wand an die ich meinen Kopf (oder besser den von Gerti Senger) hauen kann? Es tut auch eine Tischplatte.

Für SOWAS wurden Facepalms erfunden!

Ich frage mich immer welcher Logik Frau Senger folgt…

Bernadette sagt:

OMG!

Philipp (Working Class Hero) sagt:

Ich gebe Euch Recht… das ist Scheisse! (um den einzig richtigen Begriff hierfür zu finden) aber wäre ein Mann im Norweger Pulli, schlabbrigen Cord-Jeans und Turnschuhen, unrasiert und Home-Made-Frisur zu einer leitenden Stellung in einem Konzern gekommen? Das bezweifle ich… und ist genauso Scheisse… aber so ist die Welt… und by the way kein reines Frauen-Problem, dass Optik auch ein Maßstab in einem Bewerbungsgespräch ist… (außer natürlich in manchen kreativen Bereichen)

idontthinkso sagt:

Witzig, von Männern, die sich auf Führungspositionen bewerben wird ja genau so erwartet, dass sie sich schminken, hohe Schuhe tragen, auf ihr Gewicht achten, sich die Haare färben und Kleidung tragen, die ihre Figur betonen, oder? I don’t think so.
Und übrigens: Natürlich haben Frauen zu keinem Zeitpunkt Haare im Gesicht zu haben – mal abgesehen von den feinsäuberlich gezupften Augenbrauen.

Philipp sagt:

Es wird erwartet, dass sie gepflegt, im Anzug (und sicher nicht die Schlabber oder Micky Maus Versiion) erscheinen…
Passende Kleidungsgrößen sind nunmal figurbetont… das liegt in der Natur der Sache… auch ein Hosenanzug bei Frau ist figurbetont… Schminke und hohe Schuhe sind natürlich Blödsinn und ich glaube nicht, dass das bei einem Bewerbungsgespräch erwartet wird… gepflegte Erscheinung ist geschlechtsneutral…

Khaos.Kind sagt:

Für alle, die sich mit dem Lesen schwer tun:
Es geht nicht nur um “gepflegtes Äußeres” in obiger Aussage. Sondern um eine Rundumerneuerung:
Gewichtsreduktion, figurbetonte Kleidung inklusive Schuhe, gefärbte Haare und neue Frisur, Make-up. ZUSÄTZLICH zu zwei akademischen Titeln und guten Empfehlungsschreiben. Wie war das noch mal mit “bei gleicher Leistung…”

Von Leistung wird im zweiten Teil nicht mal mehr gesprochen. Weiterbildungen oder doch noch ein paar Post-docs. Nein, es geht nur darum, dass sich die Frau im Beispiel mehr dem Mainstream anzupassen hat und angeblich sich dadurch gleich die berufliche Position verbessert.

Na schönen Dank auch. Dann schmeiß ich mich mal in Schale und frag beim nächsten Konzern an, ob sie noch ne Vorstandsfrau brauchen! *Vorsicht Ironie*


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