Bodies From Outer Space

Eigentlich lese ich keine Frauenzeitschriften. Einerseits soll das ja gut für das seelische Gleichgewicht sein, andererseits wüsste ich gar nicht, welchen Nutzen ich aus Woman, Cosmopolitan und Co ziehen könnte. Werbung, als Content getarnte Werbung und zwischendrin ein paar Tipps dazu, wie frau sich Mr. Right angelt.

Am vergangenen Wochenende habe ich dann doch wieder einmal im Kaffeehaus die deutsche Cosmopolitan durchgeblättert. Und ich war ganz schön erstaunt (bzw. schockiert), welche Bildästhetik sich da vor mir ausbreitete. Weichgezeichnete Fotos von Frauenkörpern, die so stark bearbeitet wurden, dass oftmals schon die Ähnlichkeit mit der Spezies Mensch nicht mehr wirklich ersichtlich ist. Gelenke scheinen die Redakteurinnen der Cosmopolitan etwa so gar nicht zu mögen, denn vielen Models bleiben nach der Bildbearbeitung weder Knie, noch Ellenbogen. Da wird nicht nur verschlankt, sondern auch verlängert, verzerrt und verdreht.

Hier zwei Beispiele aus der Juni-Ausgabe:


Photoshop für Anfänger_innen (Auf Beinstellung und Proportionen achten)


Ok, ich habe keine Knöchel – dafür verdammt lange Unterschenkel!

Und was soll bitte damit bezweckt werden..?

11 Gedanken zu „Bodies From Outer Space

  1. ja was soll damit bezweckt werden? gute frage.. und wahrscheinlich gibt es keine antwort darauf.
    ich hoffe ja nur sehr, dass sich die modeindustrie bzw. ihre fotos bald selber so ad absurdum führt, dass sie zusammenbricht und einen neustart braucht, der dann nicht so zombie-figuren hervorbringt

  2. Bezweckt wird damit, dass Frauen genau diese Zeitschrift ansehen, Sehnsucht bekommen, wie die weichgezeichneten Models auszusehen und flux in der Parfümerie, im Kleider- und Schuhgeschäft die vorgeblichen Hilfen dafür kaufen.
    Nach den Umsätzen besonders der Kosmetikindustrie dürfte die Rechnung aufgehen.
    MarianneMoerth

  3. Ja, aber wenn die Frauen so seltsam bearbeitet werden, sieht das ja nicht mehr begehrenswert, sondern nur noch absurd aus, oder..? Wenn sie einfach schlank und mit perfekter Haut aus den Zeitschriften lachen würden, wäre das ja werbetechnisch nachvollziehbar – aber will jemand keine Knie und keine Knöchel haben?

  4. Wäre schon interessant zu wissen, wie Frauen darüber denken, die sich von dieser Werbung angesprochen fühlen.
    Von Schönheits-OPs, die einer die Knie oder Knöchel wegoperieren habe ich noch nie gehört, also kann es das nicht sein. Ob es einfach nur nicht auffällt, wie deformiert die Models nun eigentlich aussehen? Und zwar an eben nicht-für-die-Darstellung-des-Produktes-relevanten Stellen.

    Und was denken sich die Models? Die werden ja wohl auch kaum stolz darauf sein.

    Ich kann es einfach so überhaupt nicht nachvollziehen.

  5. Ja, das sind echt interessante Fragen. Wenn es den Redakteur_innen gar nicht mehr auffallen würde, wäre das ja echt unglaublich…

  6. ich befürchte ja wirklich, dass wir diese manipulierten bilder schon so gewöhnt sind, dass sie uns nur mehr auffallen wenn wir wirklich konzentriert darauf blicken

  7. Pingback: Werbebilder – oder die geschlechtliche Kodierung der Steuerberatung « unregelmäßige Gedankensplitter

  8. Ich denke vielen Menschen ist garnicht richtig bewusst,
    dass da mit Photoshop gearbeitet wurde.
    Die denken sich, ach das ist eben gutes Licht und so sieht das halt aus
    wenns professionell fotografiert wurde.

    Und der Sinn? Es soll wohl nichts von den Taschen und Schuhen ablenken – kein Knöchel und kein Muttermal.

  9. Pingback: Woman • Denkwerkstatt

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