Gender studieren

Geschlechterforschung hat sich mittlerweile (mit einiger Verspätung) auch an den europäischen Universitäten etabliert – dennoch gibt es nicht viele Möglichkeiten, Gender Studies als eigenständiges Studium zu absolvieren. Wo das trotzdem möglich ist? Hier ein kurzer Überblick (kein Anspruch auf Vollständigkeit…):

Universität Wien
In Wien kann seit dem Wintersemester 2007 das Masterstudium “Gender Studies” mit einem “Master of Arts” abgeschlossen werden. Koordiniert wird das Studium vom Referat Genderforschung – die Studienprogrammleitung ist mit Prof. Flicker am Institut für Soziologie angesiedelt. Das interdisziplinäre Masterstudium setzt sich aus 8 Modulen zusammen, geforscht wird unter anderem zur Geschichte des Fachs, Geschlecht und Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Zeitgeschichte, Ökonomie, Philosophie, Psychoanalyse oder Recht.  Alle relevanten Infos zum Studium finden sich auf der Website des Referats Genderforschung.

Karl-Franzens-Universität Graz
Auch in Graz gibt es seit dem Wintersemester 2007 ein fakultätenübergreifendes Masterstudium, das den Titel “Interdisziplinäre Geschlechterstudien” nennt. Der Nachteil: Das Studienangebot an der Universität Graz ist nicht sehr breit, dementsprechend muss man/frau sich im Wesentlichen auf die Bereiche Recht, Soziologie, Religion und Pädagogik konzentrieren. Dennoch gibt es auch eigens für das Masterstudium konzipierte Lehrveranstaltungen! Infos auf der Website der Koordinationsstelle Geschlechterstudien, Frauenforschung und Frauenförderung.

Humboldt-Universität Berlin
An der Humbolt-Universität zu Berlin kann sowohl ein Master, als auch ein Bachelor of Arts in Gender Studies absolviert werden. Den Bachelor gibt es allerdings nur als Neben- oder Beifach mit 60 oder 20 Studienpunkten. Das Masterstudium umfasst 120 ECTS, die Lehre besteht aus theoretischen und anwendungsbezogenen Lehrveranstaltungen aus acht Fakultäten und 21 verschiedenen Fächern. Achtung, in Deutschland ist eine Bewerbung für das Studium notwendig, alle relevanten Informationen für deutsche Staatsbürger_innen und ausländische Bewerber_innen finden sich hier.

Lund University
Auch im Land der Gleichberechtigung kann ein Master in Gender Studies absolviert werden, die Universität Lund bietet dazu einen englischsprachigen Studiengang an. Der “Master of Science in Social Studies of Gender” umfasst ebenfalls 120 ECTS und ist interdisziplinär angelegt. Achtung, das Bewerbungsverfahren in Schweden ist recht kompliziert und muss frühzeitig geplant werden! Alle Infos gibt es hier.

Universiteit van Amsterdam
An der Universität Amsterdam kann das Studienprogramm “Gender, Sexuality and Society” in englischer Sprache absolviert werden. Absolvent_innen erhalten einen Master-Degree der Soziologie, das Studium dauert nur zwei Semester. Auch hier ist das Bewerbungsverfahren recht kompliziert und erfordert Entschlossenheit, wer aufgenommen wird, kann jedoch von einem exzellenten Betreuungsverhältnis und der internationalen Ausrichtung profitieren.  Infos: hier.

Weitere Studienmöglichkeiten:
Universität Basel – Link
Universität Bielefeld – Link
Universität Oldenburg – Link
Ruhr-Universität Bochum – Link
Freie Universität Berlin – Link
University of London – Link
Women’s Studies Programs, Departments and Research Centers – Überblick International


Kommentare

auchsuperwichtig sagt:

“Auch hier ist das Bewerbungsverfahren recht kompliziert und erfordert Entschlossenheit, wer aufgenommen wird, kann jedoch von einem exzellenten Betreuungsverhältnis und der internationalen Ausrichtung profitieren.” HEUL

Sehr schön! Ein studienplatz in gender-studies ist definitiv wichtiger, als die (in der brd) zulassungsbeschränkten medizinstudiengänge auszubauen, denn schon Wilhelm Reich wies auf die bedeutung der sexualhygiene hin.

tom sagt:

übersicht gibt es auch bei der KEG: http://www.genderkonferenz.eu/deutsch/ueberblick_genderstudies/ueberblick_genderstudies.htm

und dort gibts einen guten link, nämlich den zum “Studienführer Gender”: http://www.uni-marburg.de/genderzukunft/studium/studienfuehrer-gender

brigittethe sagt:

Danke für den Hinweis!


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